Ab dem 27. September 2026 führt die EU mit dem GARAN-Label eine neue standardisierte Kennzeichnung für bestimmte gewerbliche Haltbarkeitsgarantien ein. Auf den ersten Blick wirkt die Änderung überschaubar: Ein neues Label muss bei bestimmten Produkten im Onlineshop angezeigt werden.
Technisch beginnt die eigentliche Arbeit allerdings einen Schritt früher. Denn ein Shop kann das GARAN-Label nur dann zuverlässig anzeigen, wenn er überhaupt weiß:
- Welcher Hersteller steht hinter dem Produkt?
- Wie lautet die Modellkennung?
- Wie lange gilt die Herstellergarantie?
- Bezieht sich die Garantie auf das gesamte Produkt?
- Welche Produkte erfüllen überhaupt die Voraussetzungen für das GARAN-Label?
- Wo liegen diese Informationen heute?
Bei wenigen Produkten kann man solche Daten manuell pflegen. Bei mehreren Tausend Artikeln wird daraus eine Frage von PIM, ERP, Produktdatenqualität und Systemintegration.
ECONSOR-Einschätzung: Das GARAN-Label ist sichtbar nur eine Kennzeichnung. Dahinter steckt bei größeren Shops ein Produktdatenprozess.
Was ist das GARAN-Label?
Das GARAN-Label gehört zu den neuen EU-Vorgaben zur besseren Verbraucherinformation. Es soll Verbraucher darauf aufmerksam machen, wenn ein Hersteller für eine Ware eine bestimmte gewerbliche Haltbarkeitsgarantie anbietet.
Die Gestaltung des Labels ist von der EU standardisiert. Es soll dadurch in allen Mitgliedstaaten wiedererkennbar sein und darf nicht einfach durch ein individuell gestaltetes Garantie-Badge ersetzt werden. Die konkrete Gestaltung ist in der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1960 festgelegt.
Wichtig ist dabei die Abgrenzung zum allgemeinen EU-Gewährleistungshinweis. Der Gewährleistungshinweis betrifft grundsätzlich den gesetzlichen Schutz von Verbrauchern beim Warenkauf. Das GARAN-Label betrifft dagegen eine zusätzliche freiwillige Haltbarkeitsgarantie des Herstellers.
Gesetzliche Gewährleistung
Gesetzlich geregelte Rechte des Käufers gegenüber dem Verkäufer bei nicht vertragsgemäßer Ware.
Gewerbliche Garantie
Freiwillige zusätzliche Zusage eines Herstellers oder Verkäufers.
GARAN-Label
EU-weit standardisierte Kennzeichnung für bestimmte Haltbarkeitsgarantien des Herstellers.
Genau diese Trennung sollte auch in Produktdaten, Shoplogik und Kommunikation sauber abgebildet werden.
Wann wird das GARAN-Label relevant?
Das GARAN-Label ist nicht für jedes Produkt mit irgendeiner Garantie vorgesehen.
Relevant ist insbesondere eine kostenlose gewerbliche Haltbarkeitsgarantie des Herstellers von mehr als zwei Jahren für die gesamte Ware. Die zugrunde liegende EU-Richtlinie 2024/825 regelt die entsprechende Verbraucherinformation und die Einführung der harmonisierten Kennzeichnung.
Das bedeutet in der Praxis:
- Ein Produkt mit einer zweijährigen Standardgarantie löst nicht automatisch das GARAN-Label aus.
- Eine Garantie auf ein einzelnes Bauteil ist ebenfalls nicht automatisch dasselbe wie eine Haltbarkeitsgarantie auf das gesamte Produkt.
- Und eine freiwillige Händlergarantie ist von einer Herstellergarantie zu unterscheiden.
Genau deshalb sollte die Umsetzung nicht mit der Frage beginnen: „Wo setzen wir das Badge hin?“ Sondern mit: „Welche unserer Produkte erfüllen überhaupt die Voraussetzungen?“
Welche Unternehmen betrifft das besonders?
Die Relevanz hängt stark vom Sortiment ab. Besonders häufig dürften Händler und Hersteller betroffen sein, die langlebige Konsumgüter mit mehrjährigen Herstellergarantien verkaufen.
| Branche / Sortiment | Typische GARAN-Relevanz |
|---|---|
| Elektronik | sehr hoch |
| Haushaltsgeräte | sehr hoch |
| Elektrowerkzeuge | hoch |
| Fahrräder / E-Bikes | hoch |
| Möbel | mittel bis hoch |
| hochwertige Haushaltswaren | mittel bis hoch |
| Automotive-Zubehör | mittel |
| Sportgeräte | mittel |
| Mode | eher gering |
| Kosmetik | eher gering |
| Lebensmittel / FMCG | meist gering |
Diese Tabelle ist keine rechtliche Einstufung einzelner Produkte. Sie zeigt lediglich, wo freiwillige mehrjährige Herstellergarantien in der Praxis besonders häufig vorkommen.
Ein Händler für Elektrowerkzeuge sollte das Thema daher mit größerer Priorität prüfen als ein Shop für Verbrauchslebensmittel.
Das eigentliche Problem: Weiß Ihr Shop überhaupt, welche Garantie ein Produkt hat?
Genau hier unterscheiden sich kleine von komplexen Commerce-Projekten. Bei einem Hersteller mit 30 Produkten kann die Garantiedauer möglicherweise noch direkt im Shop gepflegt werden. Bei einem Händler mit 40.000 Artikeln von 350 Herstellern sieht die Realität meist anders aus.
Die Informationen liegen verteilt:
Hersteller im ERP.
Produktmarketing im PIM.
Technische Dokumentation als PDF.
Modellnummern im Shop.
Garantiedauer im Lieferantenfeed oder im Beschreibungstext.
Garantiebedingungen irgendwo auf der Herstellerwebsite.
Und manchmal steht eine dreijährige Garantie nur als Satz in einer Excel-Datei, die jemand vor drei Jahren importiert hat. Das ist erstaunlich häufig die Stelle, an der aus „wir brauchen ein Label“ ein echtes Digitalprojekt wird.
Können Sie heute eine Liste aller Produkte erzeugen, für die eine Herstellergarantie von mehr als zwei Jahren gilt?
Wenn die Antwort nicht innerhalb weniger Minuten möglich ist, besteht nicht zuerst ein Frontend-Problem.
Es besteht ein Produktdatenproblem.
Garantiedaten technisch prüfen
Unsere Experten analysieren Ihre Produktdaten und Systeme.
- Garantiedaten in Shop, ERP und PIM erfassen
- Fehlende Attribute und Datenquellen sichtbar machen
- Technischen Lösungsweg für freigegebene Vorgaben entwickeln
Welche Produktdaten werden für GARAN relevant?
Das GARAN-Label selbst enthält produktspezifische Angaben. Dazu gehören insbesondere:
- Hersteller bzw. Marke
- Modellkennung
- Dauer der Haltbarkeitsgarantie
Hasans technische Voranalyse nennt genau diese produktspezifischen Informationen als relevante Grundlage für die Darstellung. Für eine belastbare technische Lösung würden wir das Datenmodell allerdings etwas weiter denken.
Sinnvolle Felder können beispielsweise sein:
| Datenfeld | Zweck |
|---|---|
| Hersteller / Marke | Zuordnung des Garantiegebers |
| Modellkennung | eindeutige Produktidentifikation |
| Garantiedauer | Darstellung im GARAN-Label |
| Garantieart | Herstellergarantie / Händlergarantie / sonstige |
| Garantie für gesamte Ware | wichtig für die fachliche Qualifizierung |
| GARAN relevant | technisches Steuerungsfeld |
| Garantiebedingungen | Verknüpfung zu Dokument oder URL |
| Markt / Land | ggf. unterschiedliche Garantiebedingungen |
| gültig ab / bis | Pflege bei Änderungen |
Nicht jedes dieser Felder ist zwingender Bestandteil des Labels. Aus Systemsicht sind sie aber sinnvoll, weil sie die Entscheidung, ob ein Label ausgespielt wird, sauber von der eigentlichen Darstellung trennen.
Warum ein Freitextfeld keine gute Lösung ist
Viele Shops haben Garantieinformationen bereits heute irgendwo im Produkttext: „5 Jahre Herstellergarantie“ oder: „3 Jahre Garantie bei Registrierung“. Das ist aus Kundensicht hilfreich. Für automatisierte Prozesse ist es allerdings kaum nutzbar. Eine Software kann aus solchen Texten nicht zuverlässig ableiten:
- Wer die Garantie gibt
- ob sie kostenlos ist
- ob sie das gesamte Produkt umfasst
- wie lange sie gilt
- ob besondere Bedingungen greifen
- ob sie in jedem Markt identisch ist
Deshalb sollte die Einführung des GARAN-Labels zum Anlass genommen werden, Garantiedaten strukturiert statt redaktionell zu pflegen. Das hilft nicht nur bei GARAN. Strukturierte Garantiedaten können später ebenfalls für:
- Produktfilter
- Vergleichsfunktionen
- Suchmaschinen
- KI-gestützte Beratung
- Kundenservice
- Marktplatzfeeds
- Produktdatenblätter
verwendet werden. Aus einer regulatorischen Pflicht entsteht damit im besten Fall sogar eine Verbesserung der Produktdatenbasis.
Shop, ERP oder PIM: Wo sollten Garantiedaten gepflegt werden?
Dafür gibt es keine pauschal richtige Antwort. Es hängt davon ab, wie die bestehende Systemlandschaft aufgebaut ist.
Variante 1: Garantiedaten direkt im Shop pflegen
Das kann sinnvoll sein bei:
- kleinen Sortimenten
- wenigen Marken
- nur einem Vertriebskanal
- keiner zentralen PIM-Lösung
Die benötigten Informationen werden als Produktattribute, Custom Fields oder Metafelder direkt im Shopsystem gepflegt.
Vorteil: schnell und pragmatisch.
Nachteil: Die Informationen stehen nur im Shop und müssen bei weiteren Kanälen möglicherweise doppelt gepflegt werden.
Variante 2: ERP als führendes System
Wenn Hersteller, Artikelstammdaten und Garantieinformationen bereits im ERP gepflegt werden, kann das ERP die zentrale Quelle sein. Die Daten werden anschließend über eine Schnittstelle an den Shop übertragen.
Das eignet sich vor allem, wenn:
- Artikel zentral im ERP angelegt werden
- mehrere Vertriebskanäle beliefert werden
- Garantiedaten eher kaufmännische Stammdaten sind
Entscheidend ist dann, dass die Garantieinformationen strukturiert im ERP verfügbar sind. Ein PDF im Dokumentenmanagement hilft dem Shop wenig.
Variante 3: PIM als führendes System
Bei großen, internationalen Produktsortimenten ist ein PIM häufig der passendste Ort. Dort können neben Marke und Modell auch:
- Garantiedauer
- Dokumente
- Länderinformationen
- Übersetzungen
- technische Merkmale
zentral verwaltet werden.
Das ist besonders sinnvoll, wenn dieselben Produktdaten an:
- mehrere Shops
- Marktplätze
- Händlerportale
- Produktkataloge
- Apps
verteilt werden.
Pflegen Sie GARAN-Daten dort, wo auch die übrigen strukturierten Produktinformationen zuverlässig geführt werden.
Das Shopsystem sollte die Information möglichst verwenden, nicht zwangsläufig ihre primäre Quelle sein.
Produktdaten zentral strukturieren
Unsere Experten entwickeln eine belastbare Datenbasis.
- Benötigte Produktattribute technisch modellieren
- Shop, ERP oder PIM als Datenquelle einbinden
- Varianten und unterschiedliche Märkte abbilden
Hersteller mit eigenem Shop und Händler haben unterschiedliche Ausgangslagen
Auch organisatorisch gibt es einen wichtigen Unterschied.
Hersteller / D2C-Unternehmen
Der Hersteller kennt seine eigenen Garantiebedingungen. Das eigentliche Thema lautet daher: Wie werden die Informationen strukturiert und technisch im Shop ausgespielt? Hier lässt sich die Datenbasis meist relativ gut kontrollieren.
Händler mit Fremdmarken
Der Händler ist auf Informationen seiner Lieferanten und Hersteller angewiesen. Dann entstehen zusätzliche Fragen:
- Werden Garantiedaten überhaupt geliefert?
- In welchem Format?
- Wie werden Änderungen übermittelt?
- Sind Angaben pro Produkt oder Produktfamilie verfügbar?
- Wer überprüft die Vollständigkeit?
Für Händler kann GARAN deshalb auch ein Thema des Lieferantendatenmanagements werden.
Was passiert bei Varianten?
Gerade bei komplexeren Sortimenten sollte die Garantie nicht vorschnell auf Produktebene modelliert werden.
Ein Beispiel:
- Eine Produktserie besteht aus mehreren Varianten.
- Für das Standardmodell gelten drei Jahre Herstellergarantie.
- Für eine Professional-Variante gelten fünf Jahre.
- Oder ein Hersteller gewährt in Deutschland fünf Jahre, in einem anderen Markt aber nur drei.
Dann reicht ein einziges Feld am Hauptprodukt möglicherweise nicht.
Das Datenmodell muss berücksichtigen, auf welcher Ebene sich Garantieinformationen unterscheiden können:
- Produkt
- Variante
- Hersteller
- Produktgruppe
- Markt
- Vertriebskanal
Diese Entscheidung sollte vor der Implementierung getroffen werden. Sonst entsteht nach wenigen Monaten das übliche Ergebnis: Ein Feld wurde ergänzt, anschließend wird es mit Sonderlogik, Ausnahmen und Redaktionshinweisen umstellt, bis niemand mehr weiß, wofür es ursprünglich gedacht war.
Mehrere Länder machen aus einem Produktdatum ein Governance-Thema
International agierende Shops sollten zusätzlich prüfen, ob Garantien tatsächlich EU-weit identisch angeboten werden. Mögliche Unterschiede können sich ergeben durch:
- verschiedene Garantiebedingungen
- unterschiedliche Vertriebsgesellschaften
- abweichende Produktmodelle
- unterschiedliche Herstellerzusagen
- lokale Dokumente
Das GARAN-Label selbst ist zwar harmonisiert und wird sprachlich für den jeweiligen Markt bereitgestellt. Die zugrunde liegenden Produktinformationen müssen trotzdem korrekt sein. Damit sollte ein internationales Datenmodell mindestens unterscheiden können zwischen:
global gültigen Daten
und
marktspezifischen Angaben.
Shopware 6: Plugin oder eigene Datenlogik?
Für Shopware sind inzwischen spezielle Erweiterungen für EU-Gewährleistung und GARAN verfügbar. Typischerweise übernehmen solche Plugins:
- Darstellung des Labels
- Konfiguration der Garantiedauer
- Hersteller-/Markenangaben
- Modellinformationen
- verschiedene Sprachen
- Einbindung in Produktseiten
Bei kleineren und mittleren Shops kann das eine sehr vernünftige Lösung sein. Die entscheidende Frage lautet aber auch hier:
Woher kommen die Daten?
Wenn Garantiedaten bereits in einem PIM oder ERP geführt werden, sollte man sie nicht zusätzlich manuell im Plugin pflegen. Dann ist sinnvoller:
PIM / ERP
↓
Shopware Custom Fields
↓
GARAN-Erweiterung / Storefront
So bleibt das Plugin für das zuständig, was es gut kann: die Darstellung. Die Produktdaten bleiben dort, wo sie hingehören.
Magento / Adobe Commerce: GARAN als Teil des Produktdatenmodells
Bei Magento beziehungsweise Adobe Commerce würde ich das Thema in größeren Projekten stärker als Produktattribut- und Integrationsaufgabe betrachten.
Adobe Commerce eignet sich aufgrund seines flexiblen Produktdatenmodells gut dafür, beispielsweise folgende Attribute anzulegen:
manufacturer
model_identifier
guarantee_duration
guarantee_type
garan_required
guarantee_document
Diese Daten können anschließend aus einem ERP oder PIM importiert und im Frontend regelbasiert verwendet werden. Besonders relevant wird das bei:
- großen Katalogen
- internationalen Storeviews
- mehreren Marken
- B2B/B2C-Kombinationen
- PIM-Integration
- Headless-Frontends
Bei solchen Projekten würde ich eine isolierte Badge-Lösung eher skeptisch sehen. Die Kennzeichnung sollte Bestandteil des zentralen Produktdatenmodells werden.
Shopify: Apps erleichtern die Darstellung, aber nicht automatisch die Datenhaltung
Für Shopify sind inzwischen mehrere spezialisierte GARAN-Apps verfügbar. Einige Apps erlauben bereits:
- GARAN als Theme-Block
- Pflege von Marke, Modell und Garantiedauer
- Bulk-Bearbeitung
- automatische Sprachversionen
- Ausnahmen nach Produkten oder Produktgruppen
Der Shopify App Store zeigt beispielsweise Lösungen, bei denen Garantiedauer, Marke und Modell pro Produkt gepflegt oder über Bulk-Funktionen mehreren Produkten zugewiesen werden können. Andere Apps verwenden Shopify-Metafelder zur strukturierten Verwaltung der Angaben. Das ist für kleinere Sortimente attraktiv.
Bei größeren Shopify-Projekten sollte trotzdem entschieden werden, ob Shopify wirklich das führende System für Garantiedaten sein soll. Falls bereits ein PIM vorhanden ist, können die Informationen beispielsweise über:
PIM → Shopify Metafields → GARAN App
übergeben werden. Dann bleibt auch hier die Datenhoheit sauber.
WooCommerce: Plugin prüfen, Datenmodell trotzdem mitdenken
Auch für WooCommerce entstehen Erweiterungen rund um den neuen EU-Gewährleistungshinweis und GARAN. Gerade hier sollte allerdings nicht nur geprüft werden, ob ein Plugin das Label anzeigen kann.
Wichtiger sind Fragen wie:
- Wo werden Garantiedaten gespeichert?
- Sind sie als strukturierte Produkt-Metadaten verfügbar?
- Wie funktionieren Varianten?
- Ist WPML oder eine andere Mehrsprachigkeitslösung im Einsatz?
- Werden Daten aus einem ERP oder PIM synchronisiert?
- Wie stabil ist die Erweiterung bei WooCommerce-Updates?
WooCommerce macht individuelle Produktfelder leicht möglich. Das ist praktisch, führt aber bei großen Projekten schnell zu einer bemerkenswerten Sammlung von Custom Fields, deren historische Entstehung später nur noch Archäologen nachvollziehen können. Deshalb sollte auch hier zuerst ein kleines Datenmodell definiert werden.
Welche Lösung passt zu welchem Shop?
| Ausgangslage | Sinnvoller Ansatz |
|---|---|
| 50 Produkte, ein Land | Plugin/App + Pflege im Shop |
| 1.000 Produkte, wenige Hersteller | Shopfelder + Bulk-Pflege |
| 20.000 Produkte, ERP vorhanden | ERP → Shop |
| großer internationaler Katalog mit PIM | PIM → Shop / GARAN-Ausspielung |
| Marktplatz-/Lieferantensortiment | Lieferantendaten normalisieren |
| Headless-Commerce | GARAN-Logik über API / Frontend integrieren |
GARAN im Shopsystem integrieren
Unsere Experten entwickeln die passende technische Lösung.
- Plugin, App und individuelle Integration bewerten
- Produktdaten aus PIM oder ERP anbinden
- Ausspielung nach freigegebenen Vorgaben automatisieren
Warum „GARAN erforderlich: Ja/Nein“ allein nicht reicht
Es wäre technisch verlockend, einfach ein Checkbox-Feld anzulegen: GARAN anzeigen: Ja / Nein
Damit wäre die Sache scheinbar erledigt. Langfristig ist das allerdings eine schlechte Datenarchitektur. Denn niemand weiß mehr, warum das Label angezeigt wird.
Besser ist:
Herstellergarantie = ja
Garantieart = Haltbarkeitsgarantie
Garantiedauer = 5 Jahre
gesamte Ware = ja
↓
Systemregel
↓
GARAN erforderlich = ja
Damit ist die Entscheidung nachvollziehbar und kann bei geänderten Anforderungen neu berechnet werden. Die Regel sollte aus den Daten entstehen. Nicht die Daten aus der Regel.
Der größte Aufwand kann vor der Implementierung liegen
Bei vielen Shops wird die technische Einbindung des Labels selbst nicht der schwierigste Teil sein. Die aufwendigere Frage lautet: Sind die erforderlichen Produktinformationen überhaupt vorhanden?Ein sinnvoller GARAN-Check beginnt deshalb mit einer Datenanalyse.
Beispielsweise:
| Prüffrage | Ergebnis |
|---|---|
| Hersteller vollständig gepflegt? | 98 % |
| Modellkennung vorhanden? | 82 % |
| Garantiedauer strukturiert? | 27 % |
| Garantiegeber bekannt? | 35 % |
| Garantiebedingungen verknüpft? | 18 % |
| GARAN-Produkte automatisch identifizierbar? | Nein |
Aus solchen Zahlen entsteht eine realistische Projektplanung. Ohne diese Analyse wird gern zuerst das Plugin installiert und anschließend festgestellt, dass niemand weiß, mit welchen Daten es gefüttert werden soll.
Technischen Aufwand frühzeitig klären
Unsere Experten schaffen Klarheit für Ihr GARAN-Projekt.
- Datenbestand und technische Lücken analysieren
- Abhängigkeiten und Umsetzungsschritte strukturieren
- Integration, Tests und Rollout realistisch planen
Sieben Fragen, die Unternehmen jetzt beantworten sollten
1. Welche Produkte besitzen überhaupt eine relevante Herstellergarantie?
Nicht vom gesamten Sortiment ausgehen. Die Betroffenheit produktbezogen ermitteln.
2. Wo liegt die Garantiedauer?
Als strukturiertes Feld oder irgendwo im Produkttext?
3. Ist der Garantiegeber eindeutig?
Hersteller, Händler oder Dritter?
4. Sind Modellkennungen vollständig?
Gerade bei Fremdmarken und Varianten prüfen.
5. Gibt es unterschiedliche Angaben je Land?
Besonders wichtig bei internationalen Shops.
6. Welches System soll künftig führend sein?
Shop, ERP oder PIM?
7. Kann das Label automatisiert ausgespielt werden?
Bei einem Sortiment mit tausenden Artikeln sollte die Antwort unbedingt „ja“ lauten.
Ein Plugin reicht wahrscheinlich, wenn:
-
- das Sortiment überschaubar ist
- Garantiedaten bereits vollständig vorliegen
- wenige Märkte existieren
- keine komplexe PIM-/ERP-Landschaft vorhanden ist
Eine integrierte Lösung ist sinnvoller, wenn:
-
- mehrere Tausend Produkte vorhanden sind
- verschiedene Hersteller betroffen sind
- Produktdaten aus ERP oder PIM stammen
- mehrere Länder und Sprachen bedient werden
- Varianten unterschiedliche Garantien besitzen
Entscheidend ist nicht die Größe des Labels, sondern die Komplexität der Daten dahinter.
GARAN kann ein sinnvoller Anlass für bessere Produktdaten sein
Regulatorische Anforderungen werden verständlicherweise selten mit Begeisterung aufgenommen. Beim GARAN-Label lohnt trotzdem ein etwas weiterer Blick. Wenn Garantiedauer, Hersteller, Modell und Garantiebedingungen künftig strukturiert gepflegt werden, entstehen daraus zusätzliche Möglichkeiten.
Ein Shop kann beispielsweise:
- Produkte nach Garantie filtern
- Garantien im Produktvergleich darstellen
- Kundenservice automatisiert informieren
- Daten an Marktplätze übergeben
- KI-Beratung mit verlässlichen Produktinformationen versorgen
- Produktbeschreibungen um konkrete Serviceinformationen ergänzen
Die regulatorische Pflicht erzwingt damit etwas, das für moderne Commerce-Plattformen ohnehin sinnvoll ist: saubere, strukturierte und maschinenlesbare Produktdaten.
„Das GARAN-Label sollte nicht als zusätzliches Bild auf einer Produktseite gedacht werden. Es sollte das sichtbare Ergebnis eines sauberen Produktdatenprozesses sein.“
Das ist der Unterschied zwischen einer kurzfristigen Compliance-Lösung und einer nachhaltig wartbaren Commerce-Architektur.
Was Shopbetreiber jetzt tun sollten
Bis zum 27. September 2026 sollte nicht nur geklärt sein, welches Label dargestellt werden muss. Unternehmen mit potenziell betroffenen Produkten sollten vorher vier Dinge erledigen:
1. Sortiment prüfen
Welche Hersteller und Produktgruppen bieten relevante Haltbarkeitsgarantien?
2. Datenbestand analysieren
Sind Hersteller, Modell und Garantiedauer strukturiert vorhanden?
3. Führendes System festlegen
Wer ist künftig für diese Informationen verantwortlich: ERP, PIM oder Shop?
4. Automatisierung umsetzen
Die Kennzeichnung sollte möglichst aus Produktdaten generiert und nicht einzeln redaktionell gepflegt werden.
Was ECONSOR dabei übernimmt
Wir ersetzen keine juristische Prüfung der Frage, ob eine konkrete Garantie die gesetzlichen Voraussetzungen für das GARAN-Label erfüllt. Wir lösen die Aufgabe, die unmittelbar danach entsteht.
Für Shopware, Magento / Adobe Commerce, Shopify und WooCommerce prüfen wir:
- welche Garantiedaten bereits vorhanden sind
- wo diese Daten heute geführt werden
- welche Produktattribute fehlen
- ob Shop, ERP oder PIM das führende System sein sollte
- welche Plugin- oder App-Lösung sinnvoll ist
- wann eine individuelle Integration besser passt
- wie GARAN automatisiert und mehrsprachig ausgespielt werden kann
- wie Varianten und unterschiedliche Märkte berücksichtigt werden
Gerade bei größeren Sortimenten sollte das Ziel nicht lauten:
„Wir bekommen das Label irgendwie in den Shop.“
Sondern:
„Unser Shop kann für jedes Produkt zuverlässig entscheiden, ob und mit welchen Daten GARAN angezeigt werden muss.“
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt unsere praktische und technische Einordnung der zum Veröffentlichungszeitpunkt bekannten Anforderungen und stellt keine Rechtsberatung dar. Ob eine konkrete Garantie die rechtlichen Voraussetzungen des GARAN-Labels erfüllt, sollte im Einzelfall rechtlich geprüft werden.
