Mobiles Payment mit dem Handy

Grundlagen für Zahlungsmodalitäten in Online-Shops

Überlegungen, die Ihre Wahl beeinflussen sollten.

Ganz klar und auf einen Punkt gebracht: Händler hätten gerne ihr Geld vor der Auslieferung der Ware und Kunden möchten definitiv erst nach Erhalt der Ware zahlen. Sie müssen also dem Punkt der Payment-Strategie in Ihrem Online-Shop genügend Aufmerksamkeit widmen, da auch dies ein entscheidender Punkt für eventuelle Absprungraten sein kann. Noch dazu ist erwiesen, dass Ihre Umsätze im Shop steigen, je mehr Zahlungsarten Sie anbieten. Sie sollten also Ihren Kunden mehrere Optionen anbieten. Doch zuerst müssen die Grundlagen für Ihre Überlegungen stimmen.

Kundenorientierter Zahlungsmix

Elementare Fragestellungen: Wie möchten deutsche Online-Shopper ihren Einkauf bezahlen? Welche Zahlungsarten werden abgelehnt? Welche Zahlungsarten werden tatsächlich am meisten genutzt? Was ist im Kommen? Und vor allem, was müssen Sie als Shop-Betreiber für die jeweiligen Zahlungsarten bzw. Zahlungssysteme in Erwägung ziehen? Hier spielen folgende Faktoren eine Rolle:

  • Mobile friendly und first!
  • Wie hoch ist das Risiko?
  • Akzeptanz beim Kunden muss gewährleistet sein
  • Achten Sie auf Gebühren und Integrationskosten
  • Welche Zielgruppe und welche Produkte verlangen welche Zahlungswege?

Mobile Zahlungsarten

Auch für die Zahlungsarten gilt mobile first, da auch für das Online-Shopping Handys und Tablets immer mehr genutzt werden, was auch weiterhin an Bedeutung gewinnt. Onlinehändler kommen gar nicht drum herum, sich gleich am Anfang der Überlegungen mit mobilen Zahlungsarten und Zahlungssystemen auseinanderzusetzen. Die mobile Zahlungsarten sind nämlich gleich darauf programmiert durch eine zugrunde liegende interne Chiptechnik, Guthaben zu speichern und bei Bedarf abzubuchen. In den Onlineshops selbst ist die Vielzahl der mobilen Zahlungsarten kaum integriert, hier ist man noch in der Entwicklung. Aktuell sind aber die gängigen Zahlungsarten kein Problem. 

Schätzen Sie Ihr Risiko ab

Der Wahl der Zahlungsart liegt ein Risikomanagement zugrunde. Alles muss durchdacht werden. Es geht hier um alle Risiken, die möglich sein könnten. Auf seiten der Shopbetreiber handelt es sich hauptsächlich um Zahlungsausfälle und der damit verbundene zeitliche Aufwand. Bedenken Sie, dass hier eventuell, neben der Mahnungsüberwachung und dem -management, gerade für KMUs Liquiditätsengpässe entstehen können. 

Hier ist es für den Händler wichtig, dass er sich im Vorfeld überlegt, wie er solche Risiken einschränkt, ohne den Kunde zu verscheuchen. Bieten Sie den bei Ihren Kunden so beliebten Rechnungskauf nicht als erstes an. Machen Sie hier dann eine Bonitätsprüfung zur Pflicht, denn das minimiert Ihr Risiko. Wenn Sie eine externe Factoring-Firma beauftragen, den Rechnungskauf mit dem Kunden abzuwickeln, übernimmt dieser dann auch das Risiko des Zahlungsausfalls und der weiteren Schritte, die in einem solchen Fall eingeleitet werden müssen. allerdings wird Sie das Gebühren kosten, was individuell abzuwägen ist. Im Normalfall hat ein Anbieter einen Zahlungsausfall von bis zu 15 Prozent. Es ist also eine Überlegung wert, wenn Sie in der Hauptsache Rechnungskäufer bedienen.

Akzeptanz bei Ihren Kunden

Unterschätzen sie nicht die Wichtigkeit der Kundenakzeptanz für die von Ihnen zur Verfügung gestellten Zahlungsarten. Machen Sie nicht den Fehler nur Zahlungsarten zu akzeptieren, die ausschließlich Ihr Risiko minimieren. Mindestens eine Zahlungsart sollte Ihrem Kunden vorliegen, die für ihn risikoarm ist. Das bedeutet, dass Ihr Kunde erst nach Erhalt der Ware zahlt. 

Es ist durch mehrere Studien erwiesen, dass die Abbruchquote umso geringer ist, je mehr Zahlungsarten Sie zur Verfügung stellen, natürlich solche, die Ihr Kunde auch kennt und nutzt. Durchschnittlich bieten Onlineshops vier Zahlungsarten an. Hier hat sich herauskristallisiert, dass Vorkasse, Nachnahme und Paypal die Spitzenreiter sind. Beachten Sie auch Ihre Zielgruppe! Wenn die sich vorwiegend im Bereich der Senioren bewegt, werden Sie natürlich mit einer klassischen Payment-Strategie bessere Karten haben.

Die immense Bedeutung des Checkouts

Wählen Sie für den Checkout unbedingt eine schnelle und „Mobile-friendly“-Lösung. Wenn Sie nicht eine einfachen und rasch umzusetzenden Payment-Strategie im Checkout anbieten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie den Kunden verlieren! Dazu muss Ihr Onlineshop natürlich auf mobile Endgeräte optimiert sein. Falls Sie die Anpassung bereits planen, können wir nur nochmals empfehlen, diese schnellstmöglich umzusetzen. 

Trend Express-Check-out 

Auch wenn schon ungefähr ein Drittel der Online-Shopbetreiber ihren Kunden einen verkürzten Bezahlprozess anbieten, muss man sagen, dass die Kunden den Express-Checkout noch zögerlich annehmen. Die PSD2-Regelung ist Anfang 2018 in Kraft getreten und verlangt nach einer intensiven Kundenauthentifizierung (SCA). Wobei Onlinehändler immer mehr auf die Anwendung von 3D-Secure-Verfahren (3DS) verzichten und versuchen, die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen. Die Bereitschaft dazu ist allerdings nur bei cirka einem Viertel der Händler vorhanden. 

Wichtig zu erwähnen ist noch, dass jegliche Zahlungsarten in das vorhandene Shopsystem integriert werden müssen und man hier auch auf die zum Shop und den Anforderungen passende Lösung achten sollte. Und vergessen Sie nicht das Debitorenmanagement gleich von Anfang an zu integrieren! 

Systemintegration durch optimierte Prozesse

Falls Sie Ihre Zahlungsdateien aus ihren ERP-Systemen generieren, ist es wichtig, leistungsfähige Schnittstellen zu Ihren kontoführenden Banken einzubinden. So realisieren Sie einen effizienten Datentausch mit den Banken und verbessern das Straight-Through-Processing Ihres Zahlungsverkehrs deutlich. Legen Sie Wert auf einen Manipulationsschutz für Ihre Zahlungsdateien und legen Sie einen Focus auf die Integrität der Daten (unverfälschte Inhalte), ihre Authentizität (identifizierbare Quellen) und stellen Sie die Vertraulichkeit sicher.

Messen Sie Ihre Abbruchquote 

Die meisten Online-Shops verfügen über ein Analysetool, mit dem Sie messen können, wer wo den Kaufvorgang abbricht. Wenn es hier bei öfter zu einem Warenkorbabbruch bei der Auswahl der Zahlungsart kommt, dann sollte Ihnen das zu denken geben. Wir empfehlen Ihnen, hier über ein paar Wochen diesen Vorgang zu beobachten und genau zu analysieren.

Ihr Kunde möchte die Sicherheit, die bestellte Ware schnell und sicher erhalten und der Händler möchte sein Geld ordnungsgemäß und schnell erhalten. Eine hundertprozentige Garantie kann keiner Seite versprochen werden. Bieten Sie Ihren Kunden verschiedene Zahlungsmöglichkeiten an, um Ihren Kunden die bevorzugte Zahlungsart anzubieten. Auf die verschiedenen Möglichkeiten der Payment-Strategie und gewählten Zahlungsarten werden wir im nächsten Artikel eingehen. 

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