Der Kauf auf Rechnung ist im E-Commerce immer noch eines der beliebtesten Zahlungsmöglichkeiten. Auch wenn die Erhebungen zur Beliebtheit einzelner Online-Bezahlarten unterschiedliche Ergebnisse liefern – führend hinsichtlich der meistgenutzten Zahlungsarten steht fast immer der Kauf auf Rechnung. Daher sollte auch in Ihrem Onlineshop dieses Bezahlsystem auf keinen Fall fehlen.

Vorteile des Rechnungskaufs:

Die Vorteile des Rechnungskaufs sind in der Regel kundenseitig zu finden. Denn für den Kunden ist die Bestellung auf Rechnung sehr bequem und risikoarm. Der Käufer muss keine sensiblen Zahlungsinformationen preisgeben, erhält die Ware, kann diese prüfen und muss auch erst dann bezahlen. Hin zu kommt ein Geschwindigkeitsvorteil: Die Ware wird sofort versendet – und der schnelle Versand gehört ebenso zu den wichtigen Erfolgskriterien eines Onlineshops.

Nachteile des Kauf auf Rechnung:

Für den Händler wiederum bedeutet der Rechnungskauf ein relativ hohes Risiko hinsichtlich Zahlungsausfälle. So sollten bereits im Bestellpress auf der Seite der Zahlungsoptionen zusätzliche Daten (bspw. das Geburtsdatum) erhoben werden um eine Bonitätsprüfung zu erleichtern. Bevor die Rechnung fällig wird, ist die Ware bereits beim Kunden, was das Eintreiben der Rechnungssumme teilweise aufwendig gestalten kann. In umkämpften Märkten oder in einem Sortimentsbereich mit niedrigen Gewinnmargen, kann es für Händler daher schnell unrentabel werden, die Zahlung per Rechnung anzubieten.

Kauf auf Rechnung mit geringem Ausfallrisiko

Den Kauf auf Rechnung als Zahlungsart gar nicht anzubieten kann aufgrund möglicher Warenkorbabbrüche nicht die Lösung sein. Denn seit Jahren gehört der Kauf auf Rechnung zu den beliebtesten Zahlungsarten im E-Commerce. Aber Sie müssen sich gegen das Risiko von Zahlungsausfällen absichern.

Hierfür gibt es grundsätzlich drei Wege:

  1. Payment Service Provider
  2. Factoring
  3. Inkasso

Sämtliche Durchführungsmöglichkeiten sind sind dafür da, Ihre Liquidität im E-Commerce zu verbessern. Ein Payment Service Provider wird in der Regel das umfangreichste Leistungsangebot offerieren, welches dann auch das Factoring und Inkassomaßnahmen übernimmt bzw. nicht mehr erforderlich macht. Factoring beinhaltet die komplette und permanente Umsatzfinanzierung Ihres Online-Shops, Inkasso beschränkt sich auf Ihre Forderungen, die sich in der Mahnphase befinden.

Payment Service Provider

Die führenden Payment Service Provider wie PayPal, Heidelpay oder der schwedische Zahlungsanbieter Klarna bieten sehr beliebte und bequeme Möglichkeiten des Kaufs auf Rechnung an. Dabei werden die Zahlungsansprüche vom Händler an den Payment Service Provider abgetreten und ab diesem Zeitpunkt von diesem (vergleichbar mit dem Factoring) abgewickelt. In der Regel wählen Sie entsprechend Ihrer Zielgruppe, Ihres Marktumfelds und Ihres Produktangebots mehrere Zahlungsmöglichkeiten bei einem Payment Service Provider aus – insofern ist die Auswahl des passenden Payment Service Providers auch immer abhängig von diesen Faktoren und letztendlich den Konditionen. Unsere E-Commerce-Experten in Heilbronn oder Stuttgart beraten Sie gerne hierzu. Außerdem können wir als Heidelpay-Partner gerne auch einen Beratungstermin in unserer Internetagentur in Heidelberg direkt mit Heidelpay anbieten. Sprechen Sie uns an.

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Aus unserer Erfahrung lässt sich sagen, dass in der Regel der Lösung über einen Payment Service Provider gerade im B2C die bessere Lösung darstellt – dennoch sollte ein Abwägungsprozess stattfinden. Für E-Commerce-Projekte im B2B eigenen sich die Lösungen der Payment Service Provider in der Regel nur in Teilbereichen.

Inkasso

Ein Inkassounternehmen reduziert die Gefahr von Zahlungsausfällen erheblich. Weiterhin entlastet das Inkassounternehmen Ihre Buchhaltung immens. Es handelt im Namen Ihres Unternehmens und kümmert sich um alle durch die ausstehende Forderung entstehenden Recherchen und Maßnahmen. Weitere entstehende Kosten durch den Zahlungsverzug liegen bei Ihrem Kunden, der nicht zahlt.

Schon im Vorfeld können Sie hier vor Vertragsabschluss Ihre Kunden prüfen lassen, ob etwaige Schufa-Eintragungen vorliegen. Hier erhält dann jeder Kunde einen Scorewert, der das Risiko eines Zahlungsausfalls beurteilt. Die Merkmale, auf denen dieser Scorewert beruht, bezeichnen die tatsächliche finanzielle Lage kombiniert mit statistischen Werten. Wenn Sie im Shop hauptsächlich mit dem Kauf auf Rechnung oder Lastschriftverfahren arbeiten raten wir hierzu dringend an. Den Score, bei dem Sie einen Auftrag ablehnen, müssen Sie im eigenen Unternehmen definieren und festlegen und die Balance zwischen einem potenziellen Zahlungsausfall und dem Verlust von Kunden finden.

Das Inkassounternehmen tritt in Ihrem Namen als Vermittler auf und wahrt somit Ihr Interesse, den Kunden nicht zu verlieren, sondern eine angemessene Beziehung aufrecht zu erhalten. Hier hat das Factoring den kleinen Nachteil, dass es hin und wieder nicht gut ankommt, wenn bei der Rechnungsstellung auf einmal ein ganz anderes Unternehmen ins Spiel kommt.

Factoring

Mit einem Factoringunternehmen schließen Sie als Online-Shop-Betreiber einen Vertrag ab. Man unterscheidet hier zwischen echtem Factoring (Hundert Prozent Ausfallschutz) und unechtem Factoring (Ausfallrisiko bleibt in jedem Fall bei Ihnen). Eventuell integriert das unechte Factoring auch eine Möglichkeit zur Rückabwicklung der Kaufaktion. Wenn Sie Ihre Forderungen verkaufen, müssen Sie in der Regel Ihre Bonität nachweisen. Der Factor überweist dann meistens innerhalb von zwei Tagen ca. 90 Prozent der Forderungssumme. Die Gebühren für den Factoringunternehmen und einen eventuellen Sicherheitseinbehalt müssen Sie einkalkulieren.

Da nun das Factoringunternehmen die komplette Rechnungsstellung, deren Ablauf bis hin zu den Mahnungen übernimmt, ist Ihr Debitorenmanagement hier überflüssig. Allerdings beinhaltet das für Sie natürlich auch einen gewissen Kontrollverlust. Auch können hier entstehende Schwierigkeiten auf Sie zurückfallen und die Beziehung zu Ihrem Kunden beeinträchtigen.

Schlussendlich kann man sagen, dass beide Verfahren sinnvoll sind, da beide Sie in der Verwaltung Ihrer Forderungen entlasten und Sie nur für eine tatsächlich erbrachte Dienstleistung aufkommen müssen. Beim Factoring wird zusätzlich die Liquidität Ihres Unternehmens verbessert, was bedeutet, dass Sie finanziell viel flexibler bleiben. Da Sie innerhalb weniger Tage fast über die gesamte Forderung verfügen, können Sie Ihren Kunden ebenfalls flexiblere Zahlungsziele setzen, was auch ein Vorteil gegenüber Ihren Mitbewerbern sein kann. Und ob der Kunde die Rechnung bezahlt oder auch nicht, es stellt in jedem Fall eine Arbeitsentlastung für Sie dar, vor allem bei einem längerfristigen Inkassoverfahren sind Sie und Ihre Mitarbeiter außen vor.

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