Social-Media-News Februar 2018

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Gesetze und Plattformen – die wichtigsten Änderungen und Trends:

Die Welt der Social-Media-Kanäle ist im permanenten Wandel – ob Berechnungen, sich ändernde Gesetze oder einfach Trends, die der Verbraucher vorgibt: Es tut sich so einiges! Hier für Sie ein Rundumschlag der „Themen rund um Social Media“.

Facebook wird zukünftig die organische Reichweite anders berechnen

Das wird Auswirkungen auf den Messwert der Reichweite in den Page-Insights haben, der anzeigt, wie viele Personen durch den Beitrag erreicht wurden. In der Vergangenheit wurde das basierend auf der Anzahl der Zustellungen eines Beitrags im News-Feed berechnet. Seit dem 12.02.2018 gibt es für bezahlte Anzeigen noch strengere Richtlinien: Jetzt zählt nur, wenn der Nutzer direkt auf den Beitrag geht. Danach werden nun auch die Preise für Anzeigen berechnet. Es wird nur eine Änderung in der Art und Weise, wie Facebook die Reichweite misst, erfolgen, keine Änderung in der Verteilung von News Feeds. Auch andere Kennzahlen für Interaktionen bleiben gleich. Dies wird den Besitzern der Webseiten eine präzisere Messung ihrer Zielgruppe ermöglichen. Da es sich um eine strengere Auswertung handelt, können auf einigen Pages niedrigere Reichweiten-Zahlen als gewohnt angezeigt werden.

Was bedeutet das im Klartext?

Eigentlich muss einfach nur das Reporting angepasst werden – die organische Reichweite wird an die Berechnung der bezahlten Reichweite angeglichen. Bisher waren die Regeln für die organische Reichweite etwas weiter gefasst. Es zählte schon zur Reichweite und wurde berechnet, wenn ein Post geladen, aber noch nicht angesehen wurde. Bei der bezahlten Reichweite wurde aber nur gezählt, wenn der Post auch wirklich ins Sichtfeld kam. Genau dieser Fakt wird jetzt aufgehoben.

Als Ergebnis wird die Zahl allerdings geringer ausfallen als bisher, auch wenn sich an der real aufgezeigten Reichweite nichts ändert, da jetzt Beiträge nur berücksichtigt werden, wenn sie tatsächlich auf dem Bildschirm eines Nutzers angezeigt werden.

Die Reichweitenmessung ändert nicht die Verbreitung von News Feeds und auch sonstige Interaktionsmetriken ändern sich nicht. Um den Übergang zu erleichtern, lässt Facebook noch die Möglichkeit offen, auf frühere Ergebnismessungen der alten Reichweitenmetriken zurückzugreifen.

Information direkt aus dem dpa-Newskanal:

„Das Landgericht erklärte fünf der von den Verbraucherschützern monierten Voreinstellungen auf Facebook für unwirksam.

– dpa Berlin

Was bedeutet das für den Nutzer?

Das vielleicht Wichtigste: Facebook darf seine Anwender nicht länger dazu verdonnern, sich mit ihrem echten Namen anzumelden. Also sind zukünftig Fake-Accounts zulässig wie das Landgericht Berlin am Montag, den 12.02.2018 verkündete. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Teilweise wurden schon im Januar Nutzungs- und Datenschutzbedingungen für unzulässig erklärt.

Facebook hat Berufung eingelegt und wies in einer Stellungnahme darauf hin, dass: „… sich die Produkte und Richtlinien von Facebook seit Beginn des Verfahrens im Jahr 2015 sehr verändert hätten …“. Weiter merkte man an, dass 2018 durch bevorstehende Gesetzesänderungen noch weitere Änderungen an den Geschäftsbedingungen und Datenschutzrichtlinien vorgenommen werden.

Verbraucherschutz vzbv freut sich:

„Facebook versteckt Datenschutz unfreundliche Voreinstellungen in seinem Privatsphäre-Center, ohne bei der Registrierung ausreichend darüber zu informieren“, so der Rechtsreferent vom vzbv Heiko Dünkel. Die Verbraucherschützer wollten auch die Werbeaussage „Facebook ist kostenlos“ verbieten lassen, hier konnte man sich aber nicht durchsetzen.

5 Punkte, die für nicht mehr zulässig und rechtswidrig erklärt wurden:

  • Suchmaschinen werden keinen Link mehr zur Chronik der Nutzer erhalten
  • Chat-Partnern darf der eigene Aufenthaltsort nicht mehr verraten werden
  • Mit vorformulierten Erklärungen im Kleingedruckten darf keine wirksame Zustimmung zur Datennutzung erteilt werden
  • Daten dürfen nicht mehr in die USA zur Nutzung weitergeleitet werden
  • Das Telemediengesetz muss Nutzern auch eine anonyme Teilnahme unter Verwendung eines Pseudonyms ermöglichen

Gegen die Passagen, in denen sich Facebook durchgesetzt hat, wird der Verband Berufung zum Kammergericht einlegen.
Facebook wiederum prüft die Entscheidungen des Landesgerichts, ist aber positiv, da dem Konzern in vielen Aspekten zugestimmt wurde. Facebook erklärte auch, dass Richtlinien eindeutig und verständlich wären und dass man sich im Einklang mit bestehenden Gesetzen befinde.

Trends im Social-Media-Sektor: VR-App Facebook-Spaces verfügbar

Auf seiner Entwicklermesse F8 hat Facebook bekannt gegeben, dass Spaces als Betaversion für die Oculus Rift und Touch zur Verfügung steht. Facebook-Nutzer können sich mit ihren Avataren in einer Virtual Reality treffen. Die App kann man im Oculus Store herunterladen und ist auch über den Messenger zugänglich. Über die Facebook-Fotos kann sich der Nutzer einen Avatar erstellen und individuell anpassen. Dann können sich bis zu drei Facebook-Freunde in der virtuellen Welt zum Spielen, Videos schauen oder Spazierengehen treffen.

Ohne VR-Brille kann man sich in die Spaces-Welt über einen Video-Anruf per Messenger von Facebook-Freunden einladen lassen.
Doch das soll nur der Anfang sein – nach und nach kommen neue Features und auch neue Plattformen hinzu. Facebook macht mit Spaces den Anfang einer Social-VR-Zukunft.

Sonst noch was?

  • Bessere Usability durch Chatbots
    Dieser Trend wird sich im Facebook-Manager fortsetzen: Schon jetzt sind hier ca. 100.000 Bots aktiv und die Zahl steigt an, da man hier eine unmittelbare und persönliche Interaktion mit seinen Kunden schafft.
  • Temporäre Storys für die Generation Z
    Snapchat und Instagram sind für die jüngere Zielgruppe richtungweisend, wobei hier Instagram wohl in eine bessere Zukunft schaut. Inhalte, die höchstens 24 Stunden sichtbar sind, erscheinen ganz oben in den Feeds und geben das Gefühl, etwas zu versäumen, wenn man hier nicht immer am Ball bleibt. Schnelle Reaktionen werden gefördert und spontane Aktionen und Storys lassen Ihre Werbung authentisch wirken.
  • Popularitäts-Steigerung von Content-Videos
    Man geht davon aus, dass Facebook in ein paar Jahren hauptsächlich aus Videos bestehen wird.
  • Influencer Marketing auf dem Vormarsch
    Posts von Influencern und aufgrund der Kosten auch die der Micro-Influencer werden weiter an Bedeutung gewinnen und ganze Käuferschichten beeinflussen.

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