GEO gehört aktuell zu den Themen, bei denen sich vieles bewegt und noch längst nicht alles eindeutig beantworten lässt. Welche Faktoren sorgen tatsächlich dafür, dass Unternehmen in ChatGPT, Gemini, Perplexity oder den Google AI Overviews sichtbar werden? Welche Maßnahmen funktionieren über mehrere Systeme hinweg und welche nur punktuell?
Ein Eindruck vom OMT in Mainz war deshalb besonders deutlich: Es gibt eine Richtung, aber noch keine eine Formel für GEO.
GEO macht Markenarbeit wieder wichtiger
Was sich zunehmend abzeichnet: Gute Inhalte auf der eigenen Website allein reichen nicht aus. Sichtbarkeit in KI-Systemen hängt auch damit zusammen, ob eine Marke außerhalb der eigenen Domain vorkommt, in relevanten Quellen erwähnt wird und in unterschiedlichen digitalen Kontexten präsent ist.
Digitale PR, redaktionelle Erwähnungen, Bewertungen, Fachmedien, Social Media, Communities oder andere externe Quellen gewinnen damit weiter an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt die eigene Website die Basis. Inhalte müssen zugänglich, verständlich strukturiert und konkret formuliert sein.
Für Unternehmen verändert sich damit der Blick auf SEO und Content. Es geht nicht mehr nur darum, für ein Keyword möglichst weit oben zu stehen. Es geht zunehmend darum, mit den eigenen Themen und Leistungen an mehreren relevanten Stellen im digitalen Raum vorzukommen.
SEO, Social Media und Digital PR sollten deshalb stärker zusammengedacht werden. Inhalte auf der eigenen Website schaffen die fachliche Grundlage. Externe Erwähnungen und glaubwürdige Signale helfen dabei, diese Expertise auch außerhalb der eigenen Domain sichtbar zu machen.
Wer sich jetzt ausschließlich mit Sichtbarkeit beschäftigt, übersieht allerdings schnell die nächste Baustelle.
Denn gefunden zu werden ist nur der Anfang.
Wo steht Ihre Marke in der KI-Suche?
Wir prüfen Ihre Sichtbarkeit und zeigen, welche Inhalte und Themen Potenzial haben.
- KI-Sichtbarkeit und Wettbewerb analysieren
- Themenlücken und technische Hürden erkennen
- SEO- und GEO-Maßnahmen priorisieren
Mehr Reichweite bringt wenig, wenn Website oder Shop nicht überzeugt
Ein Shop kann ausreichend Traffic erhalten und trotzdem schlechter verkaufen als zuvor. Das Problem liegt dann nicht zwingend bei SEO, SEA oder der Zielgruppe, sondern möglicherweise in der Nutzerführung.
Aus Neuromarketing-Sicht lassen sich viele Conversion-Probleme auf drei grundlegende Hürden reduzieren:
Nutzer müssen zu viel nachdenken, empfinden zu viel Risiko oder haben zu viel Aufwand.
Das klingt banal, ist in der Praxis aber erstaunlich wirkungsvoll.
Weniger denken
Wenn Nutzer erst verstehen müssen, welches Produkt zu ihnen passt, was der Unterschied zwischen mehreren Varianten ist oder wohin sie als Nächstes klicken sollen, steigt die kognitive Belastung.
Gerade bei ähnlichen Produkten hilft deshalb nicht automatisch mehr Information. Oft hilft eine klarere Auswahl.
Statt zehn Eigenschaften gleichwertig nebeneinanderzustellen, kann eine Einordnung nach Nutzungssituation wesentlich schneller zur Entscheidung führen. Hinweise wie „für den täglichen Einsatz“, „für Einsteiger“ oder „passt zu Ihrer bisherigen Auswahl“ reduzieren die notwendige Denkarbeit.
Die Aufgabe einer guten Website ist nicht, möglichst viele Informationen gleichzeitig zu zeigen. Sie sollte Nutzer dabei unterstützen, die relevante Information schnell zu erkennen.
Weniger Risiko
Je näher Nutzer einer Anfrage oder einem Kauf kommen, desto wichtiger wird Vertrauen.
Bewertungen, Erfahrungsberichte und Referenzen wirken besonders dann, wenn sie konkret und nachvollziehbar sind. Ein echter Anwendungsfall mit Kontext vermittelt mehr Sicherheit als eine allgemeine Aussage wie „Unsere Kunden sind zufrieden“.
Auch kleine Hinweise können Unsicherheit reduzieren. Informationen zu Rückgabe, Lieferzeit, Beratung, Verfügbarkeit oder zur Beliebtheit eines Produkts sollten deshalb dort stehen, wo die Entscheidung fällt und nicht irgendwo auf einer separaten Unterseite.
Weniger Aufwand
Der dritte Conversion-Killer ist Reibung.
Zu viele Formularfelder, unnötige Registrierungsschritte oder komplizierte Checkouts erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer abbrechen. Dabei muss ein Prozess nicht zwingend kürzer werden. Er sollte sich einfacher anfühlen.
Mehrstufige Formulare können beispielsweise angenehmer wirken als eine lange Eingabemaske, wenn jederzeit klar ist, wie weit man bereits gekommen ist. Das Grundprinzip lautet: Jeder zusätzliche Schritt braucht einen guten Grund.
Wo verlieren Sie Nutzer auf dem Weg zum Abschluss?
Wir prüfen Ihre Website oder Ihren Shop und machen Hürden in der Nutzerführung sichtbar.
- Orientierung und Auswahl vereinfachen
- Vertrauen an Entscheidungspunkten stärken
- Formulare und Checkout verbessern
KI-Sichtbarkeit und Conversion gehören zusammen
Auf der einen Seite verändert KI die Art, wie Menschen Informationen finden und Marken entdecken. Die Customer Journey beginnt immer häufiger über mehrere Kanäle hinweg. KI-Systeme können dabei bereits in frühen Recherchephasen eine wichtige Rolle spielen.
Auf der anderen Seite bleiben Menschen Menschen.
Auch wenn sie über ChatGPT statt über Google auf eine Website kommen, möchten sie schnell verstehen, ob ein Angebot zu ihnen passt. Sie möchten möglichst wenig Risiko eingehen und keinen unnötig komplizierten Prozess durchlaufen.
Die wichtigeren Fragen sind:
Wie werden wir an den relevanten Stellen sichtbar?
Und:
Was passiert, wenn jemand anschließend auf unserer Website landet?
Wer nur die erste Frage beantwortet, optimiert Reichweite. Wer beide beantwortet, optimiert Wirkung.
Was wir aus Mainz mitnehmen
GEO bleibt dynamisch und wird sich weiter verändern. Umso wichtiger ist es, nicht jedem kurzfristigen Trick hinterherzulaufen.
Eine starke Basis besteht weiterhin aus guten Inhalten, einer technisch zugänglichen Website und klarer Struktur. Dazu kommt eine stärkere Präsenz außerhalb der eigenen Domain durch relevante Erwähnungen, Digital PR und andere glaubwürdige Signale.
Und sobald die Sichtbarkeit funktioniert, beginnt die eigentliche Arbeit auf der Website:
Orientierung geben. Vertrauen schaffen. Aufwand reduzieren.
Denn mehr Sichtbarkeit bringt erst dann einen echten Mehrwert, wenn Nutzer daraus auch den nächsten Schritt machen.
