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5 Steueranpassungen und die Kriegserklärung für 2019

Dieser Artikel ist Nummer 3 von 3 im Special "Änderungen Online-Recht in 2019"

Diese Herausforderungen kommen auf Online-Händler und Betreiber von Internetseiten in 2019 zu.

Steueränderungen und der angekündigte Kampf gegen Steuersünder:

econsor als Ihre Internetagentur hat sich über die geplanten Steueränderungen in 2019, die für Online-Händler interessant sind, informiert und berichtet hier im dritten Teil der Serie auch über das geplante Schließen des Riesenschlupfloches Internet. Die Finanzämter sind wild entschlossen, sich hier die mittlerweile dreistelligen Millionenbeträge nicht mehr durch die Lappen gehen zu lassen. Dadurch nimmt man Betreiber von Online-Shops, ob Riese oder Zwerg, in die Pflicht und hat für 2021 sogar schon den nächsten Schritt angekündigt. Zuerst aber die weiteren Änderungen für 2019:

1. Neuregelungen für Gutscheine

Ab 1. Januar 2019 regeln die anvisierten Steueränderungen im Umsatzsteuergesetz den Punkt „Gutscheine“ neu. Man unterscheidet dann zwischen Einzweck- und Mehrzweckgutscheinen, das dann die sogenannte Gutscheinrichtline der Europäischen Union in nationales Recht wandelt. Somit gilt die bisherige Abgrenzung zwischen Wert- und Warengutscheinen nicht mehr.

2. Schwellenwert für Telekommunikationsleistungen

Ebenfalls führt man ab 2019 für elektronisch erbrachte Telekommunikationsleistungen den Schwellenwert von 10.000 Euro ein. Das heißt, dass zukünftig auch kleine Firmen die Besteuerung im Inland vornehmen können. Das gilt für den Leistungsort bei Telekommunikationsdienstleistungen, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen und bei ebenfalls auf elektronischem Weg erbrachten sonstigen Leistungen.

3. Änderung beim Versandhandel in die Schweiz ab 2019

Auch für Kleinsendungen in die Schweiz gibt es Änderungen im Online-Versandhandel. Bisher verzichtete man bei Kleinsendungen bis 5 Franken auf die Erhebung einer Einfuhrsteuer. Überdies gilt ab Anfang 2019 eine Umsatzgrenze für den Online-Versand bei Kleinsendungen. Sie betrifft die Händler, die Kleinsendungen vom Ausland in die Schweiz versenden. Wenn man damit jährlich mindestens einen Umsatz von 100.000 CHF erzielt, wird dieser Handel ab 2019 in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig.

Falls Sie weiterführendes Interesse an Informationen haben, finden Sie diese auf der Internetseite der eidgenössischen Steuerverwaltung.

4. Neudefinition des Begriffs „Entgelt“

Diesbezüglich passt man durch eine Neudefinition des Begriffs “Entgelt” im Umsatzsteuergesetz in der Formulierung den Mehrwertsteuer-Systemrichtlinien an. Weiterhin setzt man die EU-Richtlinie in Bezug auf bestimmte mehrwertsteuerliche Pflichten für die Erbringung von Dienstleistungen und für Fernverkäufe von Gegenständen in nationales Recht um.

5. Aufzeichnungspflicht für Betreiber elektronischer Marktplätze

Künftig plant man mit Steueränderung im Umsatzsteuergesetz ab 1. Januar 2019 auch neue Aufzeichnungspflichten für Betreiber von elektronischen Marktplätzen. Zudem nominiert man eine sogenannte Gefährdungshaftung mit der man künftig Umsatzsteuerausfälle beim Handel mit Waren auf elektronischen Marktplätzen im Internet verhindern möchte. Unter anderem ist das auch einer der Punkte für die Kriegserklärung an die Steuerunterschlagungen im Internet. 

Topthema: Kampf gegen Steuersünder im Internet beginnt

Aufgrund dessen, dass die Händler steuerliche Pflichten im Online-Handel oft nicht erfüllen, plant man, Online-Händler künftig in die Haftung zu nehmen, denn der Online-Handel boomt immer weiter und die Steuerverluste steigen parallel. Auch kommt hinzu, dass Amazon zwar immer noch den Online-Handel anführt, kleinere aber Händler nachziehen und auch virale Marktplätze von den Nutzern immer mehr geschätzt werden, auf denen es bis jetzt viele Schlupflöcher gab.  

Doch in der Fülle dieser Anbieter trickst man immer mehr bei der Umsatzsteuer. Oftmals werden Umsätze unkorrekt oder gar nicht versteuert. Händler, die die Plattformen nutzen, sind gar nicht als Unternehmer registriert und führen somit auch keine Umsatzsteuer ab. Da es sich hierbei klar um Steuerhinterziehung handelt, hat das Finanzamt beschlossen, präzise und verstärkt ab 2019 zu ermitteln, denn die Schätzungen sprechen von einem dreistelligen Millionenbereich, der durch nicht registrierte Online-Händler verloren geht. Häufig geht das laut den Finanzministerien von asiatischen Anbietern aus, die in Deutschland unregistriert Verkäufe tätigen.

Ein neues Gesetz soll nun den Umsatzsteuerbetrug im Internethandel verhindern. Demzufolge werden Betreiber von elektronischen Marktplätzen für nicht abgeführte Umsatzsteuern von Händlern auf ihrer Plattform in Haftung genommen. Das bedeutet, dass Anbieter wie Amazon oder Ebay künftig für Steuer hinterziehende Händler auf ihren Portalen gerade stehen und auch haften müssen. Das können Sie vermeiden, indem Sie eine Bescheinigung des Finanzamtes zur steuerlichen Registrierung fordern.

Und es geht noch weiter!

Ab dem 1. Januar 2021 ist eine weitere Neuregelung vorgesehen. Und zwar soll dann die Mehrwertsteuer für Warenlieferungen innerhalb der EU von Unternehmen, die außerhalb der EU ansässig sind, grundsätzlich von den Onlineplattformbetreibern und nicht mehr von den Anbietern erhoben werden. Denn auch  Amazon & Co. haben schon negative Schlagzeilen gemacht, da sie selbst Steuern vermieden haben

Interessant ist noch, dass der Oberste Gerichtshof der USA gerade den US-Bundesstaaten erlaubt hat, Online-Verkäufer ohne Filialgeschäft selbst zu besteuern. Die Auswirkungen dieses Urteils muss man abwarten. In Deutschland ist auf jeden Fall der erste Schritt getan, um Steuersündern im Internet den Garaus zu machen.

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