Erfolgreiche Relaunches beginnen mit Struktur – nicht mit Farben
Viele Website-Relaunches starten mit der falschen Frage.
Nicht selten lautet sie: „Wie soll die neue Website aussehen?“
Die entscheidendere Frage wäre jedoch:
„Wie sollen Nutzer sich orientieren, entscheiden und handeln?“
Denn ein überzeugendes Design ist kein Selbstzweck. Es ist das sichtbare Ergebnis eines sauberen UX-Konzepts. Wer diesen Zusammenhang ignoriert, riskiert genau das, was man bei vielen Relaunches sieht: optisch modern, strukturell schwach, strategisch wirkungslos.
In der Praxis gelingen UX-Konzepte nicht wegen fachlicher Kompetenz oder Designqualität. Deutlich häufiger liegt die Ursache in einem sauberen Vorgehen: Ergebnisstufen werden sauber getrennt, nicht übersprungen und verbindlich entschieden.
Dadurch entsteht ein durchgängiges Bild: Es wird nicht nur über UX gesprochen, sondern Wert darauf gelegt, dass alle Stufen tatsächlich Wirkung entfalten. Die folgenden drei Ergebnisstufen beschreiben daher nicht nur fachliche Artefakte, sondern auch eine sinnvolle Entscheidungslogik für UX-Projekte.
1. Informationsarchitektur & Wireframes

Struktur sichtbar machen, bevor gestaltet wird
Der erste und entscheidende Schritt in jedem erfolgreichen UX-Konzept ist nicht Design, sondern die Struktur. In dieser Phase geht es darum, Inhalte, Prioritäten und Nutzerlogiken so zu ordnen, dass Orientierung überhaupt möglich wird. Gestaltung ohne diese Grundlage ist reine Kosmetik. Auf Basis der Informationsarchitektur entstehen:
- eine konsistente Sitemap, die Inhalte sinnvoll gruppiert
- klare Navigationslogiken, die Nutzer intuitiv führen
- Wireframes zentraler Seitentypen (konsequent Mobile First gedacht)
- definierte Module und Interaktionen, die wiederkehrende Muster festlegen
Sie möchten mehr darüber wissen, was ein gutes Inhaltskonzept beim Relaunch ausmacht? In unserem Blogbeitrag gehen wir tiefer darauf ein, wie Sie Ihre Webseite optimal strukturieren.
Wireframes sind dabei kein Selbstzweck. Sie sind ein Arbeitswerkzeug, um Diskussionen zu versachlichen.
- Nicht mehr: „Gefällt mir / gefällt mir nicht“
- Sondern: „Funktioniert das für den Nutzer? Findet er, was er sucht? Versteht er, was er tun soll?“
Gerade bei komplexen Websites machen Wireframes Entscheidungen objektiv und belastbar – lange bevor Design, Technik oder Budget eine Rolle spielen. Tiefer in das Thema Wireframes steigen wir in unserem Blogbeitrag ein. Dort zeigen wir warum Wireframes für das Webdesign essentiell sind.
Informationsarchitektur und Wireframes stellen sicher, dass Nutzer an den richtigen Stellen abgeholt werden – und nicht unterwegs abspringen.
Sebastian Kübler – Geschäftsführer ECONSOR
In der Praxis hat sich gezeigt, dass eine initiale Workshop-Phase entscheidend ist, um Informationsarchitektur und Wireframes sinnvoll aufzusetzen. Typische Ziele eines solchen Workshops:
Der sinnvolle Einstieg: ein gemeinsamer UX-Workshop
- gemeinsames Verständnis über Zielgruppen und Use Cases
- Priorisierung von Inhalten und Funktionen
- Klärung der Navigationslogik
- Definition zentraler Seitentypen
Ein guter Workshop ersetzt keine Konzeption – aber er verhindert, dass Konzeption auf Annahmen basiert, die intern nie abgestimmt wurden.
Zielerreichung mit UX-Konzept absichern
Das Vorgehen unserer UI/UX-Experten
- Unverbindliches Erstgespräch mit unseren Experten
- Strukturiertes Vorgehen für Portale, E-Commerce und Marketing
- Professionelle Konzepte für messbaren Erfolg
Interaction Design
Interaction Design sitzt zwischen Informationsarchitektur und dem daran anschließenden Schritt des „Visual Designs“ – in der Praxis meist mit IA & Wireframes erarbeitet. Informationsarchitektur klärt was wo ist – Interaction Design klärt wie Nutzer sich darin bewegen:
- Buttons und interakive Elemente
- User Flows
- Entscheidungsstrecken
- Filter
- Suche oder Finder
- …
sind Teil dieser strukturellen Phase, nicht Teil des Designs.
Die erste Ergebnisstufe ist mehr als eine vorbereitende Analyse. Sie ist eine eigenständige Entscheidungsstufe.
Informationsarchitektur, Navigation und Nutzerführung legen fest, wie Inhalte priorisiert, gefunden und verstanden werden. Solange diese Struktur nicht klar entschieden ist, bleibt jedes weitere UX- oder Design-Ergebnis zwangsläufig instabil.
2. Visual Design

Gestaltung als Ableitung, nicht als Startpunkt
Erst auf Basis einer geklärten Struktur beginnt das eigentliche Visual Design. Jetzt geht es darum, Inhalte und Logiken visuell zu übersetzen:
- visuelle Hierarchie und Gewichtung
- Typografie als zentrales Gestaltungselement
- emotionale Ansprache
- konsistente Markenübersetzung
Gutes Visual Design verstärkt die zugrunde liegende Struktur. Es macht Wichtiges sichtbar, reduziert Komplexität und schafft Vertrauen. Schlechtes Design hingegen versucht, strukturelle Schwächen zu kaschieren. Das funktioniert kurzfristig – und fällt spätestens bei der Nutzung auseinander.
Arbeits- und Übergabewerkzeug für die Zusammenarbeit in digitalen Projekten
In modernen UX-Prozessen werden Konzeption, Wireframes und Visual Design heute häufig in Tools wie Figma erarbeitet. Auch die Experten unserer UI/UX-Agentur setzten auf diesen Quasi-Standard. Nicht wegen des Tools selbst – sondern wegen der Vorteile:
- eine zentrale Arbeitsgrundlage für alle Beteiligten
- nachvollziehbare Entscheidungen und Versionierung
- klare Übergabe an Entwicklung
- langfristige Weiterverwendung (z. B. als Designsystem)
Ein UX-Konzept entfaltet seinen Wert nicht nur im Moment der Abnahme, sondern dann, wenn es weitergetragen und genutzt werden kann.
In vielen Projekten wird Visual Design zu früh bewertet – häufig noch bevor Struktur und Priorisierung wirklich feststehen. Das führt dazu, dass Designfragen mit Geschmacksdiskussionen vermischt werden.
Wird das visuelle Konzept hingegen konsequent aus der ersten Ergebnisstufe abgeleitet, verändert sich die Diskussion: Gestaltung wird nachvollziehbar, begründbar und weniger subjektiv. Visual Design ist dann keine kreative Spielwiese, sondern eine logische Übersetzung von Struktur in visuelle Hierarchie.
3. Designsystem

Nachhaltigkeit sichern
Spätestens an diesem Punkt zeigt sich, ob ein UX-Konzept zukunftsfähig ist. Gerade Organisationen ohne eigenes IT- oder Designteam profitieren massiv von einem klar definierten Designsystem:
- wiederverwendbare Module statt Einzellösungen
- definierte Gestaltungsregeln statt implizitem Wissen
- konsistente Pflege über viele Redakteure hinweg
- skalierbare Weiterentwicklung, ohne jedes Mal neu zu denken
Ein Designsystem übersetzt UX und Design in eine dauerhaft nutzbare Struktur. Ohne Designsystem bleibt ein UX-Konzept oft ein Einwegprodukt – gut zum Launch, schwierig im Betrieb. Auch als Vorgabe für die Umsetzung im Rahmen der Webentwicklung ist diese Dokumentation unverzichtbar.
Ein Designsystem ist kein optionales Zusatzartefakt, sondern die Voraussetzung dafür, dass ein UX-Konzept langfristig wirksam bleibt. Es übersetzt konzeptionelle und gestalterische Entscheidungen in wiederverwendbare Regeln und Komponenten. Gerade in Organisationen ohne eigenes IT- oder UX-Team sorgt ein Designsystem für Konsistenz, Wartbarkeit und Unabhängigkeit von einzelnen Personen oder Dienstleistern.
Elemente und Chronologie eines UX-Konzepts
Die Elemente und die Chronologie ist damit klar:
- Struktur klären (IA & Wireframes)
- Nutzerlogik absichern (Interaction Design)
- Gestaltung ableiten (Visual Design)
- Nachhaltigkeit schaffen (Designsystem)
Gute UX entsteht nicht durch Design am Anfang, sondern durch Struktur, Klarheit und konsequente Ableitung. Die drei Ergebnisstufen eines UX-Konzepts entfalten ihren Wert nur dann, wenn sie klar voneinander getrennt, verbindlich entschieden und konsequent weiterverarbeitet werden.
UX ist damit weniger eine Frage einzelner Maßnahmen als eine Frage sauberer Entscheidungen im richtigen Moment.
