Die populärsten Content-Management-Systeme im direkten Vergleich: WordPress und TYPO3

Beim Vergleich WordPress TYPO3 und der Wahl des richtigen Content-Management-Systems (CMS) stoßen wir als WordPress-Agentur wie auch TYPO3-Agentur immer wieder auf die Frage: Welches der beiden Systeme unterstützt optimal Ihr Geschäftsmodell? WordPress oder TYPO3? Als Content-Management-Systeme stehen sie immer wieder miteinander in Konkurrenz. Auch bei unseren Kunden kommt immer wieder Unsicherheit auf, welches der Systeme im Vergleich WordPress TYPO3 das bessere ist und wo wir die Prioritäten setzen.

Auf welches CMS man letztendlich baut, ist von den Anforderungen abhängig, die man an seine Webseite hat. Typo3 eignet sich besonders für größere Firmen mit umfangreichen Projekten und großen Datenmengen, für KMUs ist oft jedoch WordPress die ideale Lösung.

Victoria Neugebauer, Projektleiterin TYPO3

Warum ein CMS und welche Vorteile haben Sie dadurch?

Generell ist es so, dass Ihre Präsenz im Internet mit über Ihren Erfolg entscheidet. Hierfür müssen sämtliche Informationen für Ihre Nutzer schnell zugänglich sein und kontinuierliche Anpassungen an die Wünsche der Zielgruppe sind an der Tagesordnung. Ohne ein CMS würde das für Sie bedeuten, doch einiges an Programmierkenntnissen mitzubringen und vor allem auch Zeit, da Sie nämlich sonst den Quellcode umschreiben müssten.

Ein CMS bezeichnet ein Inhaltsverwaltungssystem mit dem Sie einfach unterschiedliche Medienformen erstellen wie auch digitale Inhalte verwalten und bearbeiten können. Nur in Fragen der Wartung, bei Updates oder wenn es zu technischen Fehlern kommt, sollten Sie auf eine erfahrene Internetagentur nicht verzichten. Als 1996 das erste CMS auf den Markt kam, lag der Fokus hauptsächlich auf der visuellen Darstellung. Das hat sich gravierend geändert. Layout und Design definieren durch Templates den optischen Aufbau und Sie können unabhängig davon den Inhalt im CMS bearbeiten. Heute bieten beide CMS Entwicklern wie auch Online-Marketern zahlreiche Features, die Zeit sparen und den Arbeitsalltag wesentlich erleichtern. So lassen sich Inhalte einer Webseite auf einfachem Wege ergänzen, ersetzen oder komplett erneuern. Im Vergleich WordPress TYPO3 ziehen wir hierfür die beliebtesten Systeme heran, auch wegen ihrer Open-Source-Varianten, und jedes hat seine Vorteile und individuellen Schwachstellen.

Vergleich WordPress TYPO3 in Zahlen

2003 ist WordPress veröffentlicht worden und hat heute als beliebtestes und weltweit am meisten verwendetes Content Management-System einen Marktanteil von über 60 Prozent. Die große Beliebtheit liegt unter anderem darin begründet, dass es für WordPress eine Vielzahl an kostenfreien Erweiterungen gibt. Im Gegensatz dazu bewegt sich das 1998 auf den Markt gekommene CMS TYPO3 gerade mal bei 2 Prozent Marktanteil.

WordPress liegt in den Trends weit vor TYPO3

Weltweiter Vergleich aller Content-Management-Systeme

1. Benutzerfreundlichkeit

Sie sollten sich in Ihrer Konzeptionsphase Gedanken über Ihre Content-Menge machen. WordPress wurde als Blogsystem entwickelt und somit sind die hier zur Verfügung stehenden Einstellungen und Kategorisierungsmöglichkeiten sehr umfangreich. Weiterhin sind Tags und Schlagwörter einfach zu setzen.

Auf jeden Fall ist es als Nicht-Entwickler schwieriger, sich im Backend von TYPO3 zurechtzufinden. Um hier alle Wünsche der Kunden bedienen zu können, benötigt man ein gewisses Verständnis für die Zusammenhänge und oft die Unterstützung eines Programmierers. Hier finden Sie verschiedene Menüpunkte und auch Seitenansichten können einen anderen View zeigen als die Listenansicht. Eine Seite wird über die verschiedenen Elemente wir Heads, Content, Bilder, Statistiken etc. aufgebaut, was bei einer komplexen Seitenstruktur etwas Logik erfordert.

Das Backend von WordPress zeigt Ihnen eine einzige Ansicht, die auf einem RTE (Rich Text Editor) und verschiedenen Pagebuildern (z.B. Visual Composer, Divi etc.) aufbauen, die man sogar über Drag & Drop bedienen kann.

WordPress hat mit dem Gutenberg-Editor einen großen Schritt in Richtung Flexibilität getan. Es gestaltet sich wesentlich einfacher, nun Listenelemente, Hyperlinks und ganz Blöcke umzuwandeln. Drag and Drop ist auch sehr leicht anwendbar. Auch eigene Felder (Advanced Custom Fields) sind nun mit Gutenberg-Blöcken flexibel zu bauen und müssen nicht mehr im Backend unter den Steuerelementen platziert werden.

Bei WordPress werden die Seiten als Liste aufgeführt und entsprechen daher nicht unbedingt der Menüstruktur Ihrer Webseite, was eventuell etwas verwirrend sein kann.

Das Backend von TYPO3 ist wie ein Baumdiagramm aufgebaut und entspricht der hierarchischen Struktur der Webseite. Sie finden somit die einzelnen Seiten der Homepage genau da, wo sie auch der Nutzer sieht.

2. Mehrsprachigkeit

Im Vergleich WordPress TYPO3 bieten beide Systeme die Möglichkeit, mehrsprachige Internetseiten zu erstellen. TYPO3 bringt von Haus ein ein vielfältiges Instrumentarium mit – bei WordPress wird häufig auf das Plugin “WPML” zurückgegriffen. Grundsätzlich lassen sich also in jedem System Übersetzungen anlegen, pflegen und unterschiedliche Berechtigungen pro Sprache vergeben.

Referenzen zum Ursprungsdatensatz können einfach beibehalten werden. Das bedeutet: man kann sehr einfach von einer Sprache in die andere springen und bleibt dabei auf derselben Inhaltsseite.

3. Integration eines Online-Shopsystems

Bei WordPress ist es aufgrund der unzähligen Erweiterungen (z.B. WooCommerce, German Market, Stripe) auch für kleinste Unternehmen möglich, einen Webshop zu integrieren. Das ist für TYPO3 nicht so selbstverständlich. Es gibt zwar mit Aimeos, TYPO3 Multishop oder Quickshop ein paar Plugins, aber es ist nicht Usus, TYPO3 als CMS für einen Onlineshop zu priorisieren.

4. Kosten

Sowohl WordPress als auch TYPO3 sind als Open-Source-Systeme grundsätzlich kostenlos verfügbar. Doch wohl einer der größten Pluspunkte und wahrscheinlich auch der Grund für die Marktführerschaft von WordPress liegen trotzdem in den Kosten, denn in der Gesamtheit wird WordPress oft günstiger sein als TYPO3.

Auch zeigt sich bei der Implementierung der Systeme, dass sich WordPress-Projekte meistens zeitlich effizienter umsetzen lassen als Webseiten auf Basis von TYPO3. Angefangen bei der Erstinstallation über die komplette Entwicklung und Wartung benötigen bei TYPO3 in der Regel mehr Zeit als bei WordPress. Das hat ebenfalls zur Folge, dass bei TYPO3 von höheren Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership) ausgegangen werden muss als bei WordPress.

Ebenfalls WordPress-Updates, die Wartung und Pflege der Internetseite wird bei WP in der Regel weniger kosten. Updates sind bei TYPO3 komplizierter und deshalb oft kostspieliger. Hier sehen wir dann in Unternehmen oft die falsche und gefährliche Einstellung, dass die Webseite auf einer eigentlich veralteten und somit unsicheren TYPO3-Version basiert, da man die Update-Kosten scheut. Das ist aus Gründen der Sicherheit wie auch der Aktualität, die der Besucher heute erwartet, nicht zu empfehlen und kann für Sie teurer werden als ein Update.

5. Suchmaschinenoptimierung

Einer erfolgreichen Website liegt heutzutage auch eine ausgeklügelte SEO (Search Engine Optimization) Strategie zugrunde. Denn wer von seiner Zielgruppe auf Google & Co. gefunden werden möchte, muss seine Webseite dementsprechend ausrichten.

WP ist bei der Suchmaschinenoptimierung vorne mit dabei, da es Plugins anbietet, die Ihre Webseite für Suchmaschinen gut aufbereiten (z. B. Yoast SEO). YoastSEO gehört wohl zu den bekanntesten SEO-Plugins überhaupt. Es ist einfach zu bedienen, mit nur wenigen Klicks können Sie alle wichtigen Grundeinstellungen tätigen (z.B. Indexierung, Nofollow, Noindex). Noch dazu haben Sie die Möglichkeit, jeder Seite einen individuellen SEO-Titel und eine SEO-Beschreibung zuzuweisen. Außerdem überprüft das Plugin Keywords und deren Länge und Sie erhalten gleich konkrete Verbesserungsvorschläge. Zusätzlich finden Sie dynamische Inhalte und Kommentare, die von dem CMS an die Suchmaschinen weitergeleitet werden. Typo3 verlangt hier oft nach aufwendigen Anpassungen.

Vor nicht allzu langer Zeit hat man die erste YoastSEO-Version für TYPO3 veröffentlicht. Die TYPO3-Version von Yoast ist demzufolge noch nicht so weit entwickelt wie die von WordPress. Somit besteht hier bei TYPO3 noch ein gewisser Nachholbedarf gegenüber WordPress, auch was die Konfigurations- und Individualisierungsmöglichkeiten betrifft.

Gemäß einer Studie TYPO3-Seiten laden insgesamt schneller als WordPress-Seiten, was sich auf die User-Experience auswirkt. Mittlerweile ist eine gute User-Experience ein Kriterium für die Suchmaschinenoptimierung.

6. Sicherheit

TYPO3 steht für höchste Sicherheitsstandards. Als das am weitesten verbreitete System bietet WordPress die interessanteste Angriffsfläche für Hacker, da weltweit die meisten Webseiten auf WordPress basieren. Allerdings hat WordPress in Puncto Sicherheit in den letzten Jahren deutlich aufgeholt. Die riesige Community erkennt Sicherheitslücken schnell und beseitigt sie zuverlässig. Außerdem kann die richtige Konfiguration bereits zu Beginn maßgeblich Angriffsflächen vermeiden.

Sowohl TYPO3 als auch WordPress sind sicher. Für WordPress sollten ggf. noch einige den Standard ergänzenden Maßnahmen getroffen werden. Bei beiden Systemen muss man regelmäßig beachten, sowohl bei Templates, Erweiterungen als auch beim Kernsystem, Sicherheitsupdates einzuspielen.

Oft wird TYPO3 bevorzugt von größeren Unternehmen verwendet, was an einem erhöhten Sicherheitsanspruch liegt. Da dieses CMS von Anfang an einen Fokus auf Sicherheit gelegt hat, hat es hierfür den wohl besseren Ruf als WordPress.

Der geringe Marktanteil von sechs Prozent macht das CMS weiterhin für Hacker sehr unattraktiv. WordPress mit einem Marktanteil von über 60 Prozent wird immer wieder Ziel von Hackerangriffen. Die Community ist ständig auf der Suche nach Sicherheitslücken, die durch regelmäßige Updates dann geschlossen werden müssen.

Ein weiterer Vorteil von TYPO3 besteht darin, dass es auch sehr große Datenmengen ohne Probleme und ohne, dass es nur im Geringsten instabil wird, verarbeiten kann. Wenn bei WordPress zu viele Plugins integriert sind, kann die Seite manchmal etwas instabil werden.

Grafik Sicherheit Vergleich WordPress TYPO3

Grafik: Vergleich verschiedener Content-Management-Systeme im Bezug auf infizierte Webseiten

Grafik Sicherheit TYPO3 vs. WordPress

Grafik: Vergleich Content-Management-Systeme im Bezug auf auslaufenden Sicherheits-Support

7. Plugins / Extensions

Erweiterungen, Plugins bei WordPress oder Extensions bei TYPO3, setzen heutzutage den Vorstellungen für eine Webseite keine Grenzen mehr. Allerdings ist es einfacher, eines der Plugins von WordPress zu integrieren. Um bei TYPO3 vorgefertigte Extensions einzupflegen, muss man oft Typoscript, die Sprache von TYPO3, beherrschen. Und TYPO3 hat in der Vergangenheit besonders bei Updates Probleme bereitet, wenn Fremdextensions benutzt wurden, die keiner Weiterentwicklung unterworfen sind.

Aktuell sind fast 1.300 Erweiterungen für TYPO3 7 LTS verfügbar, sowie fast 800 für TYPO3 8 LTS (https://extensions.typo3.org/). Dem gegenüber steht WordPress mit zirka 55.000 verschiedenen Plugins (https://de.wordpress.org/plugins/). Die Plugins von WordPress unterliegen einer ständigen Weiterentwicklung durch die Community. Das zieht nach sich, dass es so gut wie keine Kompatibilitätsprobleme bei Updates oder Upgrades entstehen.

Auch punktet WordPress preislich bei den Plugins, TYPO3 zeigt sich hier hochpreisiger. Der Aufwand einer individuell programmierten Erweiterung kann einen unerfahrenen Kunden erschrecken, große Kunden sind mit dem Aufwand oft vertraut und wissen ihn zu schätzen.

TYPO3 oder WordPress im direkten Vergleich

TYPO3WordPress
Bedienung, Pflege und Wartung
  • aufwendiger
  • erfordert Fachkenntnisse
  • nach kurzer Einarbeitungszeit auch für Laien machbar
Änderungen und Updates
  • sehr sicher
  • weniger verbreitet, daher seltener Hacker-Angriffsziel
  • hohe Stabilität
  • Hilfe durch Support-Team
  • anfälliger für Hacker-Angriffe aufgrund der hohen Verbreitung und der vielen Tausend Erweiterungen mit möglichen Sicherheitslücken
  • Sicherheitsrisiko wächst mit der Anzahl der verwendeten Plug-ins
Erweiterbarkeit
  • für hohe Datenlasten ausgelegt
  • Problemloses Verarbeiten großer Datenmengen
  • kann bei Verwendung vieler Plug-ins abstürzen und Probleme mit hohen Datenlasten haben
Sicherheit
  • Höhere Aufwendung, da meist ein TYPO3 Profi beauftragt werden muss
  • günstiger, da viele Aufgaben intern übernommen werden können
  • Updates unkompliziert
Hohe Datenlasten
  • hochgradig individualisierbar
  • an spezielle Anforderungen anpassbar
  • Internationale Nutzung möglich
  • weniger individualisierbar
  • riesige Auswahl fertiger Erweiterungen erhältlich
  • große Auswahl an Themes
Suchmaschinenoptimierung
  • Maßnahmen für ein besseres Ranking in Suchmaschinen sind aufwendiger
  • Inhalte werden für Suchmaschinen optimiert aufbereitet
  • Viele Möglichkeiten für SEO

Fazit: TYPO3 oder WordPress?

Hier haben Sie wahrscheinlich den unpopulären Satz „Es kommt darauf an.” gehört, der aber leider stimmt. TYPO3 bietet Vorteile bei komplexen Aufgabenstellungen und Projekten. Auch, wenn Sie einen individualisierten Webauftritt anstreben, mit dem Sie aus der Masse herausragen, ist TYPO3 Ihr System. Es bietet für mittlere und größere Unternehmen ein großes Maß an Flexibilität und besitzt viele Möglichkeiten externer Verknüpfungen. Auch in Fragen der Sicherheit ist TYPO3 führend. Es ist schlicht das Enterprise-System, das Ihnen alle denkbaren Erweiterungen möglich macht.

WordPress ist vergleichsweise einfach zu bedienen und hat einen unermesslichen Funktionsumfang. Wenn Ihre Vorstellungen mit WordPress nicht nur einfacher sondern somit auch günstiger umzusetzen sind, ist dieses CMS zu empfehlen. Wie in vielen Fällen müssen wir also darüber reden, wenn wir eine verbindliche Empfehlung für Ihren Unternehmenserfolg aussprechen sollen.

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