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Themenwoche 7 Tage - 1 Thema E-Recruiting
Dieser Artikel ist Nummer 5 von 7 im Special "E-Recruiting"

Auch eine Candidate Journey beginnt mit dem ersten Schritt – an dem es schon scheitern kann…

Die sogenannte Candidate Journey, abgeleitet aus der Customer Journey im Marketing, bezeichnet den Weg, den Ihr Bewerber bis in ein Angestelltenverhältnis bei Ihnen zurücklegen muss. Das reicht vom Entdecken Ihres Stellenangebots bis hin zu dessen Zusage und dem Onboarding Prozess. Schon für den ersten Schritt müssen Sie sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren.

Falls Sie mit Ihrem Bewerberprozess noch nicht zufrieden sind und Ihre Wunschkandidaten ausbleiben, hier die gute Nachricht: Sie können Ihre Candidate Journey immer optimieren. Dafür gehen Sie für jeden einzelnen Schritt, den Ihr Bewerber durchläuft, analytisch vor. Ein digitales Bewerbermanagement, unterstützt von einer moderner HR-Software (hier ein Vergleich von HR Softwares, Stern 2020), hilft Ihnen, die Besten ins Boot zu holen.

Die Zahlen sprechen Bände: 95 Prozent der potentiellen Kandidaten brechen einen Bewerbungsprozess sofort ab, wenn er nicht ihren Vorstellungen entspricht. Und 50 Prozent von ihnen würden von einem Unternehmen, das sie im Bewerbungsprozess enttäuscht hat, künftig auch kein Produkt mehr kaufen.

Hanna Scholpp, Personalleiterin ECONSOR

Die 5 Schritte im optimalen Bewerbungsprozess

1. Awareness – potenzielle Kandidaten aufmerksam machen

Um eine erfolgreiche Candidate Journey aufzubauen müssen Sie zuerst zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Schlicht und einfach: Man muss Sie zuerst finden. Hierfür spielt auch das richtige Timing eine Rolle. Zuerst müssen Sie sich die verschiedenen Kanäle bewusst machen, auf denen Ihre Bewerber suchen. Allgemein kann man sagen, dass 90 Prozent Ihrer Kandidaten auf Online-Stellenbörsen aktiv sind, gefolgt von Google mit 52 Prozent. Wichtig ist auch ihre Karriereseite. Denn im Idealfall ist hier Ihre Stellenanzeige schon so ansprechend, dass diese bereits Aufmerksamkeit erzeugt. Von Interesse ist auch, wie Sie auf Social Media auftreten sollten.

Weitere Fragen in diesem Zusammenhang sind:

  • Wo auf Social Media sind Ihre Kandidaten aktiv?
  • Welche Informationen über Alter, Geschlecht, Ausbildung etc. haben Sie?
  • Wie können Sie diese so verwenden, dass Sie sich vom Mitbewerber abheben?

2. Stellenanzeigen – wie perfektionieren?

Durchschnittlich schauen sich potenzielle Bewerber im Bewerbungsprozess um die 30 Stellenanzeigen an. Tatsächlich steht hier der passende Text an erster Stelle, noch vor passenden Bildern und integrierten Videos. Wichtig sind hierbei die klassischen Elemente, d. h. die Nennung von Kontaktdaten mit Ansprechpartner, ein aussagekräftiger Jobtitel, eine einfache Sprache, eine mobil optimierte Darstellung und schon hier eine authentische Darstellung von Unternehmen und Jobabgebot.

3. Eine gute Click-to-Apply Rate – wie erreichen Sie diese?

Einfache Antwort: Indem Sie den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich halten. Die Click-to-Apply Rate verhindert ein Abspringen der Kandidaten während des Bewerbungsprozesses. Dafür müssen Sie diesen Prozess auf ein Maximum von 10 Minuten ausrichten. Hier empfiehlt es sich, dass sich der Bewerber nicht erst registrieren muss und die Anzeige perfekt auf mobilen Endgeräten funktioniert.
Die 1-Click-to-Apply Bewerbung liegt immer mehr im Trend. Ihre begehrten Digital Natives machen Einfachheit bei der Bewerbung zum Grundsatz. Das bedeutet das Aus für lange Fragebögen und ein zusätzliches Motivationsschreiben. Mit der One-Klick-Bewerbung kann man aus LinkedIn oder Xing einen generierten Lebenslauf absenden und macht die Bewerbung mal kurz vom Smartphone aus möglich.

4. Hiring – der Kommunikationsprozess

Sie haben nun eine qualifizierte Bewerbung vorliegen. Nun müssen Sie den Kandidaten zum Bewerbungsgespräch einladen und dieses Gespräch zuvor ausarbeiten. Der Prozess des Hirings geht ebenfalls bis hin zum Onboarding des neuen Mitarbeiters.

Auf eine Bewerbung müssen Sie heutzutage innerhalb einer Woche reagieren. Bewerber erwarten das. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass das in vielen Unternehmen nicht gewährleistet ist. Konsequenz: Ihr Bewerber ist wieder weg! Wir empfehlen Ihnen als Ihre Agentur für Apps, hier dann eine Recruiting App zu implementieren. Somit können Sie zu jeder Zeit und an jedem Ort dem Kandidaten ein Feedback geben.

5. HR Software – wie unterstützt sie Ihr Recruiting?

Eine gute HR Software kann Ihren Bewerbungsprozess immens optimieren. Und Ihnen das Leben leichter machen. Denn Ihr Workflow lässt sich standardisieren und Sie haben eine wesentlich bessere Möglichkeit die Bewerberprofile zu vergleichen. Eine passende Bewerbermanagement-Software vereinfacht die komplette Organisation und Digitalisierung Ihrer Recruitingprozesse.

Dazu gehören:

  • Komplettes Bewerbermanagement
  • Multiposting auf allen Kanälen
  • Verwaltung Ihrer Bewerberdaten
  • Gestaltung der digitalen Formulare
  • Uploads für Dokumente (CV-Parsing)
  • Schnittstellen zu Social Media Plattformen
  • Optimierung von Active Sourcing
  • Wandel zum Selbstservice-Portal mit interaktiver Kontaktaufnahme
  • Analytic-Tools für Zugriffs- und Bewerberstromanalysen
  • Anbindung an andere Digitalsysteme im Unternehmen

Zusatztipp:

Eine ganz neue Art der Bewerbung erklimmt den Markt: Schon mal von Ama­zon Ale­xa im Zusammenhang mit Recruiting gehört? Nein? Das ist die neue Möglichkeit, um die jüngeren Kandidaten anzu­lo­cken. ­Es wurde kürzlich ein Alexa-Skill entwickelt, mit dem sich Kandidaten per Smart Speaker auf einen Job bewerben können. Ähnliche Tools werden das Online Recrui­t­ing durch unzählige neue Ansät­ze, die vor allem jün­ge­re Kan­di­da­t*in­nen über­zeu­gen, zunehmend revo­lu­tio­nie­ren.

Zusammenfassung

Geben Sie Ihren Bewerbern Feedback. Über den Eingang der Bewerbung, darüber wo Sie sich im Bewerbungsprozess gerade befinden und wie lange Sie benötigen bis Sie eine Meldung geben können. So haben Sie einen Riesenvorsprung gegenüber Unternehmen, die Ihre Kandidaten erst einmal schmoren lassen.

Schauen Sie sich Ihren aktuellen Bewerberprozess schonungslos ehrlich an. Auch Feedback von aktuellen Mitarbeitern kann Ihnen helfen. Dann können Sie optimieren.

Annette Pastor, Online-Redakteurin ECONSOR

Denn eine Kommunkation auf Augenhöhe mit den Digital Natives besteht nicht in einer Ansammlung von wichtig klingenden Hashtags. Vielmehr besteht sie darin, die Bedürfnisse der Generation zu verstehen und das Gefühl zu vermitteln, dass man auf der kompletten Candidate Journey den Kandidaten wirklich kennenlernen möchte. Bewerber sind keine Bittsteller mehr. Sie sind umkämpft und wissen das. Denn sie bieten wertvolle Dienste an und möchten, dass man das wertschätzt. Somit nimmt eine gute Candidate Journey darauf schon Bezug und ist im ersten Schritt schon unersetzlich für Sie, um die gewünschten High Potentials zu Ihnen zu locken.

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