Wissenswertes über den YouTube-Algorithmus und wie Sie hier mitspielen.

Nach Google ist YouTube die größte Suchmaschine der Welt, wenn man es nur auf die Videosuche beschränkt, sogar die größte. Um die zwei Milliarden Nutzer sind täglich auf der Plattform, was jedem klar macht, dass ein erfolgreicher Marketing-Mix nicht auf diese Plattform verzichten kann. Welche Videos allerdings von den Nutzern gefunden werden, unterliegt dem YouTube-Algorithmus. Hier die Regeln, denen Sie dieser Algorithmus unterwirft.    

Tue nie etwas halb, sonst verlierst du mehr, als du je wieder einholen kannst.

Louis Armstrong

Wie tickt der YouTube-Algorithmus?

Die Plattform nutzt unterschiedliche, auf mathematischen Grundsätzen beruhende Indikatoren, die sicherstellen, dass den Besuchern nur die Videos gezeigt werden, die deren Suche genau bedienen. Welches sind diese Indikatoren? 

1. Watch Time

Fangen wir gleich mit dem wichtigsten Faktor an. Die Watch Time beinhaltet mehrere Metriken, die einschätzen, wie gut Ihre Videos zu der Suche der Besucher passen. Hierunter fallen generell einmal die Länge des Videos, wie lange der Nutzer verweilt (View Duration), der Session Start, die Session-Dauer und ihr Ende. Auch die generelle Upload-Frequenz ist ein Rankingkriterium des Multi-Index. 

Es geht also in keiner Weise um Ihre Inhalte, nur darum, wie der Nutzer diese wahrnimmt und dann auf Ihre Videos reagiert. Allein dieses Verhalten bewertet der YouTube-Algorithmus und daran macht er aus, wie oft man Sie in den Suggestions auflistet.

Doch wie gehen Sie für eine Optimierung vor?

2. Verweildauer 

Hier spielen zwei Faktoren eine Rolle. Zum Einen die „View Duration”, die misst, wie lange Ihr Besucher auf Ihren Videos verweilt. Zum Anderen bezeichnet die „YouTube-Session” wie lange ein Nutzer überhaupt YouTube Videos schaut. Klar ist, dass, je länger ein Zuschauer auf Ihren Videos verweilt, desto besser reagiert der YouTube-Algorithmus mit einem verstärkten Ausspielen Ihrer Videos. Demzufolge muss Ihr Content danach ausgerichtet werden, den Nutzer zu halten und zu motivieren, sich möglichst lange auf Ihrem Kanal aufzuhalten. Bei einer Session ist die Vorgabe, dass es von Vorteil ist, wenn Ihr Video am Anfang einer solchen steht. Hier haben sich weitergehende Informationen durch Playlists oder auch Endcards bewährt. Es genügt, wenn auch passende Inhalte eines anderen Anbieters mit einbezogen werden. Denn wichtig ist nur, dass Sie den Besucher auf der Plattform halten. 

3. Optimieren der Metadaten

Auch hier unterschieden sich Google und YouTube nicht – es werden die Metadaten indexiert und auch bewertet. Also der Titel Ihres Videos sollte den Besucher schon catchen –  noch ein relevantes Keyword an den Anfang setzen und den gesamten Titel nicht länger als 50 Zeichen machen. 

Ihre Metabeschreibung sollte aussagekräftig und spannend sein (verfallen Sie nicht in Boilerplates!) und 50 bis höchsten 150 Wörter beinhalten. Integrieren Sie ebenfalls Ihr Keyword.

Auch die Tags (Schlagwörter) sind wichtige Kriterien, die Sie im Optimalfall mit Ihren Keywords in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit spicken. Denn der Nutzer muss Sie ja erst einmal finden, damit das Kriterium der Watch Time überhaupt zum Einsatz kommen kann. Sollten Sie dann genügend Wach Time generiert haben, tritt Ihr On-Video-Content in den Hintergrund.

4. Titel-Tag und Thumbnail als Visitenkarte

Neun von zehn Videos, die ein hohes Ranking haben, enthalten das Keyword oder ein Synonym im Titel. Das sagt alles. Trotzdem muss der Titel genau auf den Inhalt Ihres Videos hinweisen. Völliges No-Go sind sogenannte Clickbaits, die den Nutzer zum Klicken verleiten soll, die dann aber nichts mit den eigentlichen Inhalt zu tun haben. 

Das erste was der Besucher neben dem Titel sieht, ist der dazugehörende Thumbnail, also die Miniatur-Vorschau Ihres Videos. Beides steht für die Nutzer-Relevanz, also ist SEO nicht das einzige Kriterium. Schaffen Sie nicht hier schon Vertrauen, springt der Besucher ab, was vom YouTube-Algorithmus abgestuft wird.
Hier kommen dann die sogenannten „kurzen Klicks“ und „langen Klicks“ ins Spiel.

5. Klicks ≠ Klicks

Wenn Ihr Besucher unter acht Sekunden auf Ihrem Video verweilt, haben Sie in den Algorithmus-Augen von YouTube verloren. Ihr Inhalt wird als nicht relevant eingestuft und somit als kurzer Klick. Demzufolge besteht ein langer Klick aus mehr als acht Sekunden, die es somit unbedingt zu erreichen geht. Nur das wird vom Algorithmus als positiv bewertet und es ist Fakt, dass viel Videos genau an dieser Hürde scheitern.

6. Länge des Videos – View Time

Was viele nicht wissen ist, dass Videos, die von zwei bis 20 Minuten dauern, das beste Ranking aufweisen. Kürzere Videos werden meistens sogar abgestraft. Also sind Sie kreativ, schaffen Sie eine spannende Einleitung, gehen Sie auf Storytelling, halten Sie den Besucher bis zum Ende Ihres Videos bei der Stange. Binden Sie Ihre Besucher und machen Sie sie zu Fans mit denen Sie im Idealfall sogar interagieren, indem Sie Kommentare hinterlassen und Ihre Inhalte auch teilen oder zumindest liken. 

7. Upload Frequenz erhöhen

Studien haben festgestellt, dass ganz neu eingestellte Videos ungefähr drei Wochen lang ein hohes Ranking generieren. Somit sollten Sie, um die Aktualität Ihres Kanals und auch den damit zusammenhängenden Ranking-Booster optimal zu nutzen, wöchentlich mindestens ein Video mit Mehrwert neu einstellen.

8. Embeds Views freuen den Algorithmus

YouTube stellt Ihnen einen Embed Code zur Verfügung, den Sie dafür verwenden können, Views von auf externen Webseiten eingebetteten Videos zu nutzen. Diese Embed Views haben sogar den gleichen Rankingwert wie direkt auf YouTube eingebundene Videos. Nur sind diese extern gestarteten Sessions meistens kürzer. Sie können Ihre Performance erhöhen, indem Sie darauf achten, auch hier als erstes in der Session auftaucht und nicht als letztes. Arbeiten Sie mit Infokarten oder Wiedergabelisten, die den Besucher weiterführend informieren. Den Embed Code finden Sie unter dem Reiter Teilen und Einbetten, die unter dem Video platziert sind.  

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