Sind Weinachtskarten DSVGO Konform ?

Sind Weihnachtskarten an Kunden DSGVO-konform?

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Wird jetzt die DSGVO ad absurdum getrieben?

Haben Sie Ihre Kunden schon gefragt, ob sie überhaupt ein Weihnachtskarte von Ihnen möchten? Dürfen Sie überhaupt noch Weihnachtskarten versenden? Aufgrund der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung ist das erlaubt, allerdings nur, wenn die betroffene Person ihre Einwilligung laut Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO erteilt hat. Oder gibt es einen Ausweg?

Ganz ehrlich? Wir als Internetagentur, Digitalprofis und Kenner der DSGVO haben selbst vorher nicht nachgefragt und werden unsere Weihnachtskarten jetzt versenden, denn:  

Wir bauen auf Ihr berechtigtes Interesse!

Personenbezogene Daten dürfen verarbeitet werden, wenn eine Einwilligung vorliegt und gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO auch, wenn man von einem überwiegenden berechtigten Interesse ausgehen kann.

Doch was bedeutet ein überwiegend berechtigtes Interesse? Hierzu gibt es den Erwägungsgrund 47, in dem steht: „Ein berechtigtes Interesse könnte beispielsweise vorliegen, wenn eine maßgebliche und angemessene Beziehung zwischen der betroffenen Person und dem Verantwortlichen besteht, zum Beispiel wenn die betroffene Person ein Kunde des Verantwortlichen ist.“

Weiterhin: „… wobei auch zu prüfen ist, ob eine betroffene Person zum Zeitpunkt der Erhebung der personenbezogenen Daten und angesichts der Umstände, unter denen sie erfolgt, vernünftigerweise absehen kann, dass möglicherweise eine Verarbeitung für diesen Zweck erfolgen wird.”

Also: Wer Kunde eines Unternehmens ist, darf und muss damit rechnen, eine Weihnachtskarte zu erhalten. Auch Personen, die zwar noch keine Kunden sind, aber ihre Adresse dem Unternehmen mitgeteilt haben. Dazu zählt beispielsweise auch das Überreichen einer Visitenkarte auf einer Messe.

Sonstiges zu Weihnachtskarten

  • Private Weihnachtskarten von natürlichen Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten sind nach der DSGVO erlaubt. Erstaunlich, dass dies einer Regelung bedarf.
  • Falls Ihnen doch tatsächlich eine Einwilligung gemäß DSGVO vorliegt sind Sie deshalb noch nicht aus dem Schneider, denn die Anforderungen an die Gültigkeit einer Einwilligung sind hoch.

Man glaubt es kaum, aber:

Dem Empfänger einer Weihnachtskarte, auch, wenn man nun von einem berechtigten Interesse ausgehen kann, muss auf der Weihnachtskarte ein Widerspruchsrecht eingeräumt werden. Das besagt der Artikel 21 DSGVO.

Wir haben nach Abwägung des Risikos allerdings auch darauf verzichtet.

Das alles gilt nur, wenn Sie die Weihnachtskarten traditionell als Brief versenden. Wählen Sie nun die Form einer E-Mail oder versenden Sie Ihre Weihnachtsgrüße per Instant Messaging oder Social Media geht die DSGVO von einer Form der Direktwerbung aus. Diese wiederum benötigt ein Einwilligung, was gar nichts mit der DSGVO zu tun hat, sondern hier kommen lauterkeitsrechtliche Gründe laut § 7 Abs. 3 UWG ins Spiel.

Auch muss man aufpassen, wenn man die Weihnachtskarten in eine Druckerei gibt, denn hier werden diese personalisiert unter Verwendung von Personendaten gedruckt. Hier sind Sie in der Verantwortung, dass Dritte das Datenschutzrecht einhalten. Die meisten Verträge mit Druckereien sind allerdings der DSGVO angepasst.

Wir sind der Überzeugung, dass es in Ordnung ist, Ihnen von Herzen ein frohes Weihnachtsfest zu wünschen. Feiern Sie in der Art und Weise wie es Ihnen gut tut, ob im Kreise Ihrer Lieben oder auch, wenn Sie dem ganzen Weihnachtsstress entfliehen möchten, in einem Urlaub. Und wir hoffen, Sie freuen sich über eine Karte von uns.

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